Meinung

Alles zugleich Kommentar


Es ist ein Graus mit den Verbrauchern: Sie sagen in Umfragen einfach nicht ehrlich, was Sie wirklich tun, sondern das, was Sie gern tun möchten oder planen. Etwa mehr Gemüse, Obst oder Roggenvollkornbrot essen. Lust haben Sie aber auf ganz andere Dinge: Pralinen, einen Hamburger oder ein knackiges, üppig belegtes Weizenbrötchen. Für die Marketingexperten in den Unternehmen kein einfaches Unterfangen: Man weiß einfach nicht, wo man dran ist. Ende 2008 gefragt, kündigten 50Prozent der Deutschen an, in der Krise an erster Stelle beim Snacken außer Haus sparen zu wollen, aber auch der Sparvorsatz war schnell vergessen; der Umsatz blieb konstant. Der Verbraucher, das unbekannte Wesen, ist zum multi-optionalen Situations- und Lust-Entscheider mutiert.

Eine wirksame Strategie gegen diese unberechenbare Beliebigkeit im Hirn der Hungrigen kann sein, ihnen das zu anzubieten, was sie wirklich wollen. Nämlich alles zugleich. Ein softes Sandwich, das trotzdem eine Portion Ballaststoffe enthält. Ein Paradebeispiel der Idee des „Alles zugleich“ ist die Kindermilchschnitte oder auch das Überraschungs-Ei: Ferrero traf den Nerv der Zeit. Das Prinzip hat Schule gemacht: Es geht um das „Alles-zugleich-Prinzip“: Beispiel Außer-Haus-Verzehr: Der Snack muss schnell, gesund und lecker sein.

Und wie steht's um Functional Food? Functional Food hat in dieser Crux des modernen Individuums seine Entstehung gefunden: Ich esse ein Brot und habe die Omega-3-Fettsäuren aus den Fisch gleich mit drin – dann kann ich Salami drauf legen, die ich viel lieber mag. Welche Chancen diese Produkte in einer Bäckerei haben, wollte Wolf Butterback wissen. Auf Seite 6 erfahren Sie mehr, über den Verbraucher, sein unbekanntes Wesen und was er in dieser Umfrage erzählt hat. Ob er sich dran hält?


Artikel vom 09.12.2009
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