Aus-_Weiterbildung

Aktiv gegen Ausbildungsabbrecher

Senior Experten Service bietet in Kooperation mit Kammern und VerA Hilfestellung


Frankfurt am Main (dtp). Um dem Abbruch der Ausbildung entgegen zu wirken, hat sich die HWK Rhein-Main als erste der drei Kammern in Hessen der Senior Experten Service (SES) und der davon ausgehenden Initiative „Verhinderung von Abbrüchen“ (VerA) angeschlossen.

„Ausbildung ist Kernaufgabe des Handwerks“, sagte Hauptgeschäftsführer Dr. Christof Riess und teilte mit, dass im Rhein-Main-Gebiet noch viele freie Lehrstellen vorhanden sind. Die Quote der Abbrecher von Lehrverhältnissen liege je nach Berufsgruppe bei bis zu zehn Prozent. Wobei unklar bleibe, wie viele davon sich in einem anderen Beruf versuchten oder dem Handwerk ganz verloren gingen. Es werde zwar Hilfe durch die Ausbildungsberater der HWK geleistet, jedoch weitere Aktivitäten, wie eben VerA, wären erforderlich, um im Zeichen auch demoskopischer Veränderungen die Ausbildung im Handwerk zu unterstützen.

Jeder fünfte Azubi bricht ab

In Deutschland bricht jeder fünfte Azubi schon im ersten Lehrjahr die Ausbildung ab, gleichzeitig klagen viele Unternehmen über den Mangel an Fachkräften. Gründe für Abbrüche gibt es viele. Häufig sind es Schwierigkeiten am Arbeitsplatz, in der Berufsschule oder im persönlichen Umfeld, die eine erfolgreiche Ausbildung verhindern. Hier hilft VerA, eine Initiative, die der SES gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft ins Leben gerufen hat. Bei SES und VerA arbeiten 60 Prozent der insgesamt 140 Mitarbeiter ehrenamtlich. Den Jugendlichen stehen ehrenamtliche Senior-Experten zur Seite, also lebens- und berufserfahrene Fachkräfte, die sie fit machen.

Betriebe, Berufsschulen, Erziehungsberechtigte oder der Azubi selbst können sich an den SES oder an die zuständige HWK wenden. Dann wird ein passender Ausbildungsbegleiter gesucht. Mit dem zusammen wird herausgefunden, wo es hakt.

Es werden Lösungen zur Lernmotivation gefunden, zur Förderung sozialer Kompetenzen und zur Bewältigung von Problemen. Der Ausbilder oder Ausbildungsbetrieb kann – muss aber nicht – über die Einschaltung eines VerA-Ausbildungsbegleiters informiert werden. Es wird auch bei Vorbereitungen zu Prüfungen oder beim Ausgleich sprachlicher Defizite geholfen.

Ein Ausbildungsbegleiter wird etwa drei bis vier Jugendliche unter seine Fittiche nehmen. Es wird kein Vertrag geschlossen, jedoch eine Vereinbarung für die Dauer eines Jahres die bis zum Ende der Lehre verlängert werden kann. Die Unterstützung durch den Senior-Experten ist für den Azubi kostenfrei. Der anwesende Senior-Experte Adolf Britz schilderte an einem Beispiel wie Zusammenarbeit mit Azubis läuft.

Anforderungsformulare können unter www.vera.ses-bonn.de abgerufen oder direkt beim SES unter vera@ses-bonn.de angefordet werden.

Begonnen in den Regionen München und Dresden, haben sich mittlerweile elf Handwerks-Kammerbezirke und die Agrarwirtschaft bundesweit der SES mit VerA geöffnet.


Artikel vom 29.09.2009
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