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BfR prüft Sicherheit verbrauchernaher Produkte


Berlin (age). Drei Jahre nach Gründung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) hat dessen Präsident Prof. Andreas Hensel eine positive Zwischenbilanz der bisherigen Arbeit für den gesundheitlichen Verbraucherschutz gezogen. „Wir haben die Herausforderung gemeistert“, erklärte Prof. Hensel vergangene Woche in Berlin, wo er den BfR-Jahresbericht für 2005 vorstellte. Aufgabe des Instituts sei es, mögliche Risiken von Lebens- und Futtermitteln, Chemikalien und verbrauchernahen Produkten zu identifizieren, zu bewerten, der Politik Maßnahmen zur Risikobegrenzung vorzuschlagen und die Öffentlichkeit darüber zu informieren, erläuterte der BfR-Präsident. Sein Haus forsche aktiv, erarbeite, evaluiere und standardisiere Nachweismethoden für die amtliche Überwachung und setze sich dafür ein, möglichst viele der heute noch gesetzlich vorgeschriebenen Tierversuche durch tierversuchsfreie Methoden zu ersetzen oder zu ergänzen.

Nicht der Tierschutz, sondern der Verbraucherschutz stehe bei der Beurteilung so genannter Mehrfachrückstände im Vordergrund, führte Prof. Hensel weiter aus. Im Rahmen der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln würden für die Einzelstoffe Rückstands-Höchstgehalte in Lebensmitteln abgeleitet, die bei guter landwirtschaftlicher Praxis eingehalten werden könnten und dann kein Risiko für den Verbraucher darstellten. Anders könne es jedoch bei Kombinationswirkungen dieser Einzelstoffe aussehen. Noch sei unklar, ob und welche gesundheitlichen Risiken mit Mehrfachrückständen in Lebensmitteln verbunden seien.

Bei den Risiken durch Infektionserreger habe im vergangenen Jahr die Vogelgrippe im Fokus der Öffentlichkeit gestanden, sagte der BfR-Präsident. Die Angst vor einem Übergreifen der Tierseuche auf den Menschen habe unzählige Fragen nach dem Gesundheits- und Verbraucherschutz aufgeworfen. Obwohl eine Ansteckung mit dem Vogelgrippevirus über Lebensmittel als unwahrscheinlich gelte, sei weiter Aufmerksamkeit geboten.

Zu den Arbeitsschwerpunkten des Instituts zähle auch die Sicherheit von Kinderspielzeug, kosmetischen Mitteln oder auch Lebensmittelverpackungen, erläuterte Prof. Hensel. Potenzielle Risiken verbrauchernaher Produkte hätten in der Vergangenheit immer wieder für Schlagzeilen gesorgt. Jüngstes Beispiel seien treibgasbetriebene Glas- und Keramikversiegler, die im Handel als Nanotechnologie-Produkte angepriesen worden seien und in kürzester Zeit bei mehr als 100 Anwendern zum Teil schwere Lungenschäden verursacht hätten. Solchen Risiken wolle sich das BfR künftig noch stärker widmen, und es habe dafür jetzt eine eigene Abteilung für Produktsicherheit eingerichtet. Das BfR befinde sich auf einem guten Weg, zu der nationalen Einrichtung zu werden, die im Bereich der gesundheitlichen Risikobewertung Orientierungswissen aus einer Hand biete.


Artikel vom 29.06.2006
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