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Acrylamidsenkung bleibt Herausforderung
BLL-Bilanz: Reduzierung der Gehalte in Lebensmitteln nur teilweise erreicht
Bonn /Berlin (age). Trotz der zuletzt bei vielen Produkten ausgebliebenen Fortschritte zur Senkung von Acrylamid-Gehalten zeigt sich der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) mit dem Erreichten zufrieden.
„Der erfolgreiche Transfer der wissenschaftlichen Forschungsergebnisse in die Lebensmittelherstellung ermöglicht eine nachhaltige Verbesserung des Verbraucherschutzes hinsichtlich der Acrylamidaufnahme“, erklärte BLL-Hauptgeschäftsführer Prof. Matthias Horst bei einer Tagung in Bonn in einer 5-Jahres-Bilanz der Acrylamidforschung. Die Minimierung der Acrylamidgehalte sei nach wie vor eine ernstzunehmende Herausforderung für die Lebensmittelindustrie, der sie sich auch in den nächsten Jahren offensiv stellen werde.
Dass das im Tierversuch krebserregende Acrylamid bei der Herstellung und Zubereitung bestimmter Lebensmittel entsteht, hatten schwedische Wissenschaftler erst 2002 herausgefunden. Danach verständigte sich die Wirtschaft in Deutschland auf eine Strategie zur Senkung der Acrylamidgehalte, beispielsweise durch veränderte Rezepturen und Verarbeitung. Die Ergebnisse sind durchwachsen.
Mehr Acrylamid in Knäckebrot
Laut Angaben des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) erhöhte sich die Acrylamidbelastung 2007 im Vergleich zum Vorjahr in den Warengruppen Knäckebrot, Dauerbackwaren für Diabetiker, Zwieback und Kekse für Säuglinge und Kleinkinder, zubereitete Pommes frites, Röstkaffee und Kaffeeersatz.
Die mittlere Belastung bei Kartoffelchips veränderte sich laut BVL-Angaben kaum. Dagegen enthielten Frühstückscerealien, Backwaren aus Mürbeteig und Kartoffelpuffer deutlich weniger Acrylamid.
Auch bei Lebkuchen, Spekulatius und löslichem Kaffee gelangen Lebensmittelindustrie und Handwerk eine Reduzierung der mittleren Acrylamidgehalte. Diese Ergebnisse der sogenannten „Siebten Acrylamid-Signalwertberechung“ beruhen auf rund 1500 von den Bundesländern übermittelten Datensätzen des Berichtszeitraums 2006/2007.
Wie das Bundesamt mitteilte, konnte seit Etablierung des Minimierungskonzepts bei Frühstückscerealien, Backwaren aus Mürbeteig, Kartoffelpuffern und löslichem Kaffee eine schrittweise Senkung des Signalwertes erreicht werden.
In den neun anderen Warengruppen sei seit 2002 hingegen keine kontinuierliche Reduzierung der Signalwerte gelungen. Die Ursachen für die in diesen Warengruppen zu beobachtenden Schwankungen der Acrylamidgehalte sollen nun ermittelt werden. Seit 2007 gibt es ein europaweites Überwachungsprogramm für Acrylamid.
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