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„Ich backe Brötchen, keine Goldbarren“

Oliver Sporys setzt auf schwäbische Backwaren in Berlin.  (Quelle: Engelhardt/Archiv)+
Oliver Sporys setzt auf schwäbische Backwaren in Berlin. (Quelle: Engelhardt/Archiv)

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Schliessung

Teure Mietpreise zwingen den Schwaben-Bäcker Oliver Sporys in Berlin in die Knie. Mit seinem Brot gibt Oliver Sporys Zugezogenen Heimatgefühl.

Berlin (abz). Oliver Sporys stammt aus Pforzheim, ist viel gereist und hat sich in Berlin mit der Schwäbischen Bäckerei etabliert. Nun schließt Sporys seine Filiale im Prenzlauer Berg. „Mehr als 2000 Euro zahle ich für 79 Quadratmeter“, begründet Sporys gegenüber dem  Kurier das Aus. „Ich backe Brötchen, keine Goldbarren“. Deshalb ist am Jahresende nach knapp sieben Jahren Schluss in der Prenzlauer Allee 53. Der Vertrag läuft aus. Sporys kann ihn sich nicht mehr leisten. „Klar“, meint der Chef, „die Lage im In-Kiez ist gut, aber es gibt Grenzen. Ich führe noch Bäckereien in Mitte oder Kreuzberg. Ebenfalls angesagte Bezirke. Da kostet der Quadratmeter 10 Euro statt wie hier 25 Euro.“ Zwei Mitarbeiterinnen kann Sporys zunächst nicht weiterbeschäftigen. Er hofft, sie bald in seinem neuen Laden in der Wrangelstraße einsetzen zu können. Er habe viel Herzblut in die Prenzlauer Allee gesteckt. Jetzt wo der Laden schließen müsse, plagen ihn Existenzängste.

Dabei kommt die Schwäbische Bäckerei bei den Berlinern und Wahl-Berlinern gut an. Das Geschäft mit der regionalen Identität floriert. Bei Sporys gibt es Brezeln, schwäbischen Apfelkuchen, Bauernrahmkuchen, schwäbische Brotsorten wie genetztes Brot. Seine Backwaren scheinen für Baden-Württemberger im Exil ein Heimatfaktor zu sein.

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