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„Die wildesten Gerüchte“

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„Die wildesten Gerüchte“

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Wie wichtig ist Verbrauchern die regionale Herkunft bei Zutaten für Backwaren? Schauen Sie da auf den Preis?

Stuttgart (uls). Die Fleischer machen es den Bäckern vor: Deren Schweine und Kälber kommen von Bauer Maier gleich aus dem nächsten Dorf. Sie schlagen damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe: Ein qualitativer Herkunftsnachweis und zusätzlich eine Bindung an die . ABZ-Autor Ulrich Stökle fragte dazu Verbraucher, ob es für sie auch beim Bäcker wichtig wäre zu wissen, woher Mehl und Getreide kommen?

Nadine

Baumann, Stuttgart,

Unternehmens-

beraterin:

„Es sind ja zwei Paar Schuhe: Erstens ‚nachgewiesene Qualität’ und zweitens ‚regionaler Bezug’. Beides muss nicht zwingend etwas miteinander zu tun haben. Aber wenn doch, dann ist die Kombination beider Argumente nicht zu übertreffen. Es würde mich deshalb sehr ansprechen, wenn Bäcker darauf hinweisen, woher was kommt. Die meisten tun das allerdings bislang noch nicht. Aber die wenigen, die es tun, sind aus meiner Sicht sehr erfolgreich damit.“

Tino Nettling, Hannover,

Grafiker:

„Ein ganz klares ‚Ja’! Es wäre für mich auf jeden Fall ein wichtiger Kaufaspekt, wenn ich weiß, woher die Zutaten kommen. Einmal wäre das eine völlig neue, interessante Information in einer Bäckerei, zweitens gibt es eine viel engere Bindung mit dem Bäcker, dessen Mehl ich den ganzen Sommer auf dem Getreidefeld wachsen sehen kann. Dieses Wissen wären mir dann auch ein paar Cent mehr wert!“

Rainer Hezel,

Stuttgart,

Gärtner:

„Ich würde gerne auf die Herkunft achten. Dazu müssten die Bäcker aber zuerst mal ihre Geheimnisse lüften, von wem und von wo sie Mehl und Kürbiskerne beziehen! In den allermeisten Bäckereien wird man darüber doch überhaupt nicht aufgeklärt. Sogar wenn man gezielt nachfragt, keine Ahnung! Kein Wunder, wenn so die wildesten Gerüchte über Mehl als Hehler-Ware aus Fernost in Umlauf kommen.“

Karl Schilling, Stuttgart,

Unternehmensberater:

„Bei zählt – wie bei allen anderen Lebensmitteln – in erster Linie die Qualität! Diese muss jedoch nicht zwangsläufig schon deshalb garantiert sein, nur weil die und Zutaten aus der Region stammen. Wenn das Motto lautet: „Ihre Backwaren aus der Region, mit garantiert hoher und gleichbleibender Qualität der Rohstoffe und Zutaten“, dann stimmt die Richtung! Allein die Tatsache, dass benötigte Grundstoffe oder Rohlinge nicht quer durch Europa transportiert werden müssen, hat schon gewissen Charme, von der Ökobilanz ganz zu schweigen. Wenn sich die Preisdifferenz von Backwaren bei Einsatz heimischer Grundprodukte in einem vertretbaren Verhältnis zu den Preisen von Allerweltsprodukten bewegt, können Verbraucher und Hersteller nur gewinnen.“

Sadzida Begic, Stuttgart,

Lehrerin:

„Ich finde es prinzipiell gut, wenn man Ware aus der Region kauft – das gilt natürlich auch für Backwaren. Ob dies dann einen höheren Kaufpreis als gewohnt rechtfertigt oder nicht, wird vom Kunden wahrscheinlich schon beim Betreten des Geschäftes entschieden. Denn wer am liebsten in Billigketten einkauft, zahlt wenig und legt höchstwahrscheinlich keinen großen Wert auf die Herkunft der Ware. Den anderen Kunden im Fachgeschäft ist dagegen klar, dass es hier nicht billig ist, man erwartet dann aber im Gegenzug höchste Qualität in jeder Beziehung.“

Annerose Bienzle,

Nürtingen, Hausfrau:

„Natürlich lege ich auf so etwas Wert, deshalb kaufe ich die Backwaren ausschließlich bei meinem Stammbäcker ein. Bei dem kann ich mich zu hundert Prozent auf genau diese Aspekte verlassen: Qualität und regionale Zutaten mit Nachweis. Für so etwas akzeptiere ich dann auch gerne höhere Preise. Die kann ich sogar kompensieren, denn meine Erfahrung ist, dass man von solchen wertvollen Backwaren viel eher satt wird und weniger davon braucht als bei primitiv billigem Weißmehlgebäck.“

abz@matthaes.de

„Bussen-Bäcker“ Traub direkt am Marktplatz: Oberschwabens höchster Berg, der Bussen, steht seit 45 Jahren als Marke für die Bäckerei.
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