Trends & Märkte

„Wellfood“-Markt hat noch Potenzial

Das Interesse an „Wohlfühl“-Lebensmitteln weiterhin hoch / Zielgruppe sind Ältere


Köln (age). Der „Wellfood“-Markt in Deutschland besitzt noch erhebliches Wachstumspotential. Gemäß den Ergebnissen der Studie „Consumer´s Choice 2007-Wellfood: healthy eating trend drives food markets“, die die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) gemeinsam mit der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) anlässlich der Allgemeinen Nahrungs- und Genussmittelausstellung (Anuga) in Köln herausgegeben hat, zeigen von den insgesamt 38,3 Millionen privaten Haushalte in Deutschland etwa 13,2 Millionen ein hohes Interesse an sogenannten „Wohlfühl“-Lebensmitteln, aber nur 4,2 Millionen oder knapp ein Drittel davon kaufen bisher diese Produkte.

Die Definition von „Wellfood“ umfasst in der Studie laut BVE frisches Obst und Gemüse, Vollkornprodukte, fett- und zuckerreduzierte oder -freie sowie biologische erzeugte Nahrungsmittel. „Wellfood“-Käufer sind besonders stark in der Gruppe der 65-Jährigen und Älteren vertreten. Das Interesse am Thema Gesundheit und Wellness sei hier besonders groß und die finanziellen Möglichkeiten seien gut, erläuterte die BVE.

Bei Berufstätigen in der Altersgruppe der 35- bis 49-Jährigen und wenn Kinder im Haushalte seien, spielten der Aspekt der bequemen Zubereitung und der Faktor Zeit bei der Einkaufsentscheidung eine größere Rolle. Hier seien Ansätze für die Produktentwicklung gefordert, die dem Wunsch nach Convenience und Wellness Rechnung trügen, so die BVE. Neue Käuferschichten könnten mit den richtigen Handelskonzepten erschlossen werden.

Eine gute Nachricht für die Ernährungsindustrie liegt nach Angaben der BVE in der Erkenntnis, dass „Wellfood“-Käufer besonders ausgabenstark sind. Aber auch Haushalte, die mit ihrem Einkommen im Großen und Ganzen zurechtkämen, entschieden sich überproportional für solche Lebensmittel und Getränke. Für die Wertschöpfungsperspektiven der Industrie sei dies wichtig, weil Innovationen Geld kosteten und bei schrumpfender Bevölkerung in Deutschland Auswege gefragt seien, stellte die Bundesvereinigung fest.

Vertrauen ist wichtiger Aspekt

Positiv stimme auch die Botschaft, dass die Qualität für die Käufer wieder zum wichtigeren Einkaufskriterium werde. Zusammen mit einer hohen Akzeptanz von Herstellermarken im „Wellfood“-Markt biete dies gute Perspektiven für die Ernährungsindustrie. Ein wichtiger Aspekt bei der Einkaufsentscheidung für „Wellfood“ sei das Vertrauen, führte die BVE aus. Hier zeige die Studie klar auf, dass Angebote zur Information und zur Beurteilung von Produkten den Verbrauchern sehr wichtig seien.

Die hohe Bedeutung von Testurteilen, Gütesiegeln und Angaben zu Inhaltsstoffen sollten die Hersteller motivieren, in ihren Anstrengungen zur Verbraucherinformation und -aufklärung weiter fortzufahren. Die Branche werde sich aber auch noch intensiver damit befassen müssen, mit welchen Informationen und Hilfestellungen sie den Verbraucher auf dem Weg zu einer gesunden Ernährung und zu einem gesunden Lebensstil insgesamt unterstütze. Mit klassischer Werbung allein sei es nicht getan, so die BVE. Die zunehmende Verbreitung der Nährwertkennzeichnung auf verpackten Lebensmitteln könne einen Beitrag leisten, wenn sie von den Verbrauchern genutzt werde.

Die Bundesvereinigung stellte mit Blick auf die Studienergebnisse darüber hinaus fest, dass der Ruf nach gesunder Ernährung immer lauter werde – trotz eines Lebensmittelangebotes, das noch nie so vielfältig, sicher und hochwertig gewesen sei wie heute. Die Politik stelle ständig neue Anforderungen an Lebensmittel und ihre Vermarktung. Die Gesellschaft übertrage die Verantwortung für die Ernährung des Einzelnen gerne immer stärker auf die Wirtschaft. Das sei eine große Verantwortung für die Unternehmen und zugleich eine Chance für die Zukunft, betonte die BVE. An die Politik sei die Botschaft zu richten, dass der Trend zu gesunder Ernährung längst erkannt sei. In den nächsten Jahren werde eine dynamische, vom Markt getriebene Entwicklung mit vielen neuen Produkten und Dienstleistungen rund um das Thema zu erleben sein.

Regulierende Eingriffe in das Produktangebot und der erhobene Zeigefinger seien nicht der richtige Weg, um die Nachfrage zu lenken, gab die Bundesvereinigung zu bedenken. Die in Deutschland zu beobachtenden Verbrauchertrends seien weltweit auch in anderen Absatzmärkten zu sehen.


Artikel vom 25.10.2007
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