TV-Sender
Bäckersterben – ein gefundenes Fressen?
Der Strukturwandel im Bäckerhandwerk ist nichts Neues. Neu ist das verstärkte Interesse der Medien an den Marktmechanismen der Branche, wie immer mehr TV-Sendungen dokumentieren.

Immer öfter berichten TV-Sender über das Sterben traditioneller Bäckereien. Foto: Sven Vietense - Fotolia.
Der SWR zum Beispiel berichtete kürzlich über die Saarbrückener Bäckerei Maus, die Insolvenz anmelden musste. Ein Unternehmen, das auf handwerkliche Produktion setzt. Hauptgrund für diese schwierige wirtschaftliche Situation, der sich nun fast täglich ein weiterer Bäcker stellen muss, seien diverse Backshops, Tankstellen und natürlich Discounter, die sich ihre Ware billig und tiefgekühlt liefern lassen. Sogar ein acht Wochen lang haltbares Brot könnte demnächst in Massenproduktion hergestellt werden.
Den Tatsachen muss ab sofort ins Auge geblickt werden - natürlich, denn die Konkurrenz schläft nicht. Außerdem ist Maus bei Lidl aus der Vorkasse geflogen, wie in der TV-Sendung berichtet wird – ein Beitrag, der übrigens auch in anderen Sendern "aufgebacken" wurde.
Jedoch gibt es einen Lichtblick für alle Bäcker, wie in der Sendung verdeutlicht wird. Fazit: Der Trend zum "Zweimonatsbrot" scheine, wenn überhaupt, weit entfernt. Und auch Bäcker Maus blicke positiv in die Zukunft: Er gehe davon aus, dass die Kunden lieber beim Handwerksbäcker einkaufen gehen. Deshalb will er nicht aufgeben, so das versöhnliche Ende der Sendung.
Dass die Medien so häufig über die Branche berichten, kann dem Bäckerhandwerk auch gelegen kommen. Denn die Medien sensibilisieren die Verbraucher im Optimalfall für die Qualität der handwerklichen Herstellung und sie informieren andererseits über den langen Weg der Teiglinge zur nächsten Aufbackstation.
TV-Sendung mit Bäcker Maus: Sendungsmitschnitt
Was ist Ihre Meinung?: abz@matthaes.de

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