ABZ - Das Fachportal für Bäcker

Wo die Backware die Zunge herausstreckt

Eine gebackene Maske, wie sie die Bäckerei Winkler herstellt.  (Quelle: Kleinhenz)+Zur Fotostrecke
Eine gebackene Maske, wie sie die Bäckerei Winkler herstellt. (Quelle: Kleinhenz)

Weitere Artikel zu


Prisma

In der Bäckerei Winkler werden rund 3000 Gebäck-Faschingsmasken produziert

Collenberg (jkh). Zu Fasching sucht man immer die passende Maske. Eine Maske, die einem gut zu Gesicht steht und doch viel Narretei ausdrückt. Da denkt man erst an eine Plastik- oder Holzmaske. Aber in diesem Fall ist es eine gebackene Maske. Eine Gebäckfaschingsmaske. Und die stellt seit über 30 Jahren die Bäckerei Winkler in Collenberg bei Miltenberg in Unterfranken her.

Der heute 56-jährige Wilhelm Winkler war bis Mai 2006 offiziell der Geschäftsführer der traditionsreichen Bäckerei und hat diese Idee mit Erfolg umgesetzt. Nachfolger sind übrigens die Söhne Markus und Sebastian, der die Buchhaltung erledigt.

Und er weiß, dass die Masken der Bäckerei begehrt sind. Verkauft werden sie nicht nur in der Geschäftsfiliale der Bäckerei, sondern auch in Filialen eines Supermarktes sowie in Freudenberg, Miltenberg und Stadtprozelten, zirka 15 Kilometer von Collenberg entfernt. Außerdem sorgt ein fahrendes Backmobil an markanten Orten für den Verkauf.

„Mit einer gebackenen Maske herumzulaufen bedeutet schon ein bisschen Aufsehen“, meint Sebastian. Da man doch weit vom Herkömmlichen – alles für die Narretei – abgekommen sei. Und doch hat die gebackene Faschingsmaske nach mehr als 30 Jahren Tradition ihre absolute Existenzberechtigung. Immerhin habe sie, was die Art der eigenen Produktion angehe, Einmaligkeitscharakter in Deutschland. Es gebe zwar da und dort noch Bäckereien in Collenbergs Umgebung, die Ähnliches produzieren, nicht jedoch wie die Bäckerei Winkler. Jedenfalls nicht so aufwändig. Außerdem gehe es um ein anderes Rezept mit Black auf den Geschmack. „Wir stellen Masken im Backofen her aus Erfahrung und eigener Vorstellung“, sagt Sebastian.

Angefangen hat Wilhelm Winkler, die Idee umzusetzen, vor drei Jahrzehnten. Da hatte das Café Badesse im Ort in der gleichnamigen Bäckerei nachgefragt, ob sie Faschingmasken als Eintrittskarten backen könne.

Seither gehen in jeder Session zirka 3000 Gebäck-Masken mit der frech herausgestreckten Zunge über den Ladentisch, so Sebastian Winkler. Kein Wunder: Der süße Butterhefeteig, wird mit besonders viel Eiern und Zucker zubereitet.

Die Bäckerei Winkler hat im Dezember 2006 übrigens den den bayerischen Staatsehrenpreis für hervorragende Qualität und innovatives Unternehmertum bekommen.

Auch interessant

- Qualitätsoffensive

Eigentlich sollten die Zeiten schon lange vorbei sein, wo die Schnittfläche eines Brötchens genauso groß sein musste wie der Durchmesser einer Scheibe Wurst. mehr...

Weitere Artikel aus Blickpunkte vom 16.02.2007:

 

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel