ABZ - Das Fachportal für Bäcker

White Bread bringt ein wenig Hoffnung in den Slum

In der Backstube der Angel Bakery (von links): Peter Augendopler jun., Thomas Huber, Österreichs Landwirtschafts- und Umweltminister Andrä Rupprechter und Projektleiter Pastor Peter Idaki. (Quelle: Strasser/Unternehmen)+Zur Fotostrecke
In der Backstube der Angel Bakery (von links): Peter Augendopler jun., Thomas Huber, Österreichs Landwirtschafts- und Umweltminister Andrä Rupprechter und Projektleiter Pastor Peter Idaki. (Quelle: Strasser/Unternehmen)

Weitere Artikel zu


Angel Bakery in Nairobi bietet Ausbildung, Arbeitsplätze – und macht Menschen satt

Rund 200.000 Menschen leben in auf 1,5Quadratkilometern Fläche. Im drittgrößten Slum der Hauptstadt von Kenia, , hat bis vor einigen Jahren die Hoffnungslosigkeit regiert. Dann hat die Organisation „Hope for Future“ im Jahr 2010 mit dem Aufbau verschiedener Entwicklungsprojekte begonnen und damit zumindest einen Hauch von Perspektive in das Armenviertel gebracht.

Bäckerei als eine wesentliche

Säule des Hilfsprojekts

Ziel ist es, Kindern und Familien eine berechenbarere Zukunft zu ermöglichen. Zu den Säulen von „Hope for Future“ zählen heute zwei Schulprojekte: die Acakoro-Fußballakademie, ein Gesundheitszentrum - und vor allem das Bäckereiprojekt Angel Bakery.

Seit Dezember 2014 laufen die Backöfen in der Angel Bakery und das Projekt entwickelte sich vor allem in den vergangenen Monaten sehr gut, betont Thomas Huber: „Mittlerweile konnten wir den 14. ‚Angel Bakery Shop‘ im Slum in Betrieb nehmen“, sagt der Bäckermeister aus Ternitz in Niederösterreich, der die Bäckerei seit Herbst 2015 leitet und alle Hebel in Bewegung gesetzt hat, um das Projekt im Slum voranzutreiben.

Gegen den Hunger:

3500 White Breads pro Woche

Huber: „3500 Stück ‚White Bread‘ – eine Mischung aus Toast und Milchbrot – werden jede Woche zu den Kunden gebracht.“ 450 Gramm für 45 Kenyan Schilling (KSH), umgerechnet 40Cent das Stück.

In den Jahren 2013/14 errichtete „Hope for Future“ mitten in Korogocho ein Gebäude mit Klassenzimmern für die Makao-Schule sowie Platz für Büros und die Angel Bakery, die mit der Unterstützung des Backzutatenherstellers Backaldrin eingerichtet wurde und betrieben wird. Ziel der Bäckerei ist, so vielen Menschen wie möglich eine Perspektive zu bieten. Zum einen durch eine Ausbildung und einen Arbeitsplatz in der Bäckerei.

Die Backstube ist 400 Quadratmeter groß. Ausgerüstet mit einem Etagen- und einem Stikkenofen von Miwe, einem Klima- und Kühlraum, einem Tiefkühlschrank, zwei Spiralknetern, einem Frittierer, einer Rührmaschine, einer Scherbeneismaschine, einer Gatterbrot-schneidemaschine sowie einer Komet-Semmelstanze.

White Bread, frittierte Donuts und Balls - und 25.000 Cookies

Neben White Bread stellen die Kollegen der Angel Bakery noch frittierte Donuts und Balls sowie 25.000 Cookies pro Woche her.

Und es gibt eine weitere gute Nachricht: einen Vertrag mit der „Barack Obama Foundation“. „Das bedeutet, dass wir täglich 1500 Brote zusätzlich erzeugen werden. So können wir noch mehr Menschen einen Arbeitsplatz bieten.“ 27 sind es schon heute in der Angel Bakery, davon zwei gelernte Bäcker. und zehn Bäckerlehrlinge. „Die theoretische Ausbildung geht über 32 Einheiten und schließt mit einem Zertifikat ab. Die praktische Ausbildung mache ich mit dem Team in der Backstube. Wenn die Bäcker meinen Spirit spüren, sind sie bereit und interessiert, den konsequenten Weg mitzugehen“, erklärt Thomas Huber.

Mit den Backwaren aus der Angel Bakery werden die Schulen versorgt, und auch die Bewohner des Slums können sie in den Bread-Shops kaufen.

Huber möchte mit dem mobilen Verkauf neue Absatzwege erschließen und startet derzeit mit fünf Fahrrad-Shops: „Mit unseren beiden Schienen – dem eigenen Vertrieb und dem Absatz über die Obama Foundation – sind wir gut aufgestellt und das Projekt wird nachhaltig erfolgreich sein“, ist er überzeugt.

So sollen langfristig

Perspektiven geschaffen werden

Peter Augendopler jun., der das Projekt seitens Backaldrin betreut, ergänzt: „Alle Aktivitäten und Pläne sind darauf ausgerichtet, dass die Bäckerei bald auf eigenen Beinen stehen kann. Gewinne kommen der Schule zugute, weil damit der Betrieb und Schulgelder bezahlt werden können. Wenn das mit unserer Unterstützung gelingt, haben die Arbeitsplätze der Bäcker und Azubis Bestand und die Menschen eine Perspektive.“

Schöne Landschaften, nette Begegnungen, neue Perspektiven: Hansjörg Knoll hat auf seiner dreieinhalbmonatigen Wanderung einiges erlebt.
Auch interessant

„Der Knolli backt‘s“ - und packt‘s auf dem Jakobsweg

Von Reinald Wolf Es ist nicht leicht, nach einem langen und erfolgreichen Leben als Unternehmer den Betrieb zu übergeben, loszulassen und dem Arbeitsleben den Rücken zu kehren. Viele mehr...

Lesen Sie hierzu auch folgende Artikel:

 

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel