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Vom Grillgebäck bis zur Work-Life-Balance

Mit der Videokamera im Anschlag, Block und Stift in der Hand und die Augen auf: Aufmerksam verfolgen die Teilnehmer des Bar Camps die Vorführungen. (Quelle: Salden)+Zur Fotostrecke
Mit der Videokamera im Anschlag, Block und Stift in der Hand und die Augen auf: Aufmerksam verfolgen die Teilnehmer des Bar Camps die Vorführungen. (Quelle: Salden)

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Erstes „Bäcker Bar Camp“ der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk Sachsen / Frische Ideen für die Schärfung des eigenen Profils

Von Peter Salden

Was bitteschön ist denn ein ? Es ist eine Art Tagung mit Workshops, deren Inhalte und Ablauf von den Teilnehmern zu Beginn selbst entwickelt und gestaltet werden. So eine Bar Camp veranstaltet die des Deutschen Bäckerhandwerks . Fazit? Das erste Bar Camp kommt gut an, als Ideenschmiede setzt es die richtigen Impulse.

Mit von der Partie ist zum Beispiel Bäckermeister Thomas Grünert aus dem thüringischen Hohenleuben. An der Bäckerfachschule hat er vor rund 20 Jahren seinen Meisterbrief erworben. Jetzt lässt er sich - so wie andere Teilnehmer auch - von den Bäckermeistern und Fachlehrern Markus Paschel und Thomas Mittmann Rezepte und praktische Tipps zur Herstellung von Grillgebäcken und Snackartikeln zeigen. „Einige Produkte habe ich zwar bereits im Sortiment, aber die Kunden möchten immer wieder etwas Neues probieren“, meint Grünert. Er findet es sehr anregend, sich in Workshops über neue Entwicklungen beispielsweise bei der Backtechnik zu informieren oder im Gespräch mit anderen Teilnehmern praktische Erfahrungen rund ums Backen auszutauschen – bei anderen Zusammenkünften der Branche bleibe dafür oftmals zu wenig Zeit.

Generation X, Y und Z

Bäckermeister Stefan Richter aus Kubschütz bei Bautzen stimmt zu Beginn des Bar Camps die zwei Dutzend Teilnehmer auf den zweitägigen Erfahrungsaustausch ein. Der 36-jährige Bäckermeister, Verkaufs- und Kommunikationstrainer beschäftigt sich in seinem Vortrag mit dem Thema „Generation X, Y und Z“; und er versucht zu erklären, warum Ausbildungsmeister und Lehrling oftmals aneinander vorbeireden oder eine Reaktion des Gegenübers partout nicht nachvollziehen können. Ein Thema, das die Teilnehmer anschließend, auch abends beim Grillen diskutieren. Und so mancher Bäckermeister nimmt sich vor, seine eigene Unternehmenskultur kritisch zu hinterfragen und die Kommunikation nicht nur zu den Mitarbeitern, sondern auch zu Kunden zu verbessern – beispielsweise durch die künftige Nutzung der sozialen Netzwerke. Über seine Erfahrungen auf diesem Gebiet berichtet Bäckermeister Wolfgang Süpke aus dem thüringischen Sömmerda, der bereits seit Jahren Internetblogs schreibt und als Handwerksbäcker gezieltes Online-Marketing betreibt.

Weitere Themen dieses 1. Bäcker Bar Camps sind unter anderem der Mietwäscheservice mit dazu gehörender kleiner Modenschau sowie die Probleme rund um Kassensysteme, Lebensmittelrecht, Kennzeichnungspflicht, Mindestlohn sowie viele weitere Themen, die dem Bäckerhandwerk aktuell auf den Nägeln brennen. Saxonia-Geschäftsführerin Manuela Lohse zeigt in einem Work-Life-Balance-Vortrag den Frauen, wie sie mit Hilfe von Entspannungsübungen und bewusster Atemtechnik das tägliche Chaos im Handwerksbetrieb besser bewältigen.

Neben vielen praktischen Hinweisen zur mediterranen Gebäcken und Fladenbroten, Vollkorn- und Schrotbackwaren sowie leckeren Konditoreiwaren kommt zudem Unternehmensberaterin Konstanze Töpel zum Einsatz. Sie demonstriert, wie Buffets mit aus Möhre, Kürbis, Roter Bete und Rettich geschnitzten Blumen und Tieren aufgehübscht werden – das Auge isst ja bekanntlich mit. Und während sich die Großen in Theorie und Praxis weiterbilden, werden die kleinen Nachwuchsbäcker an beiden Veranstaltungstagen liebevoll von Erziehern betreut.

Ideenschmiede gibt Impulse

„Mit den Themen und der Resonanz auf unsere Bar-Camp-Premiere sind wir durchaus zufrieden“, fasst Roland Ermer, sächsischer Landesobermeister und Vorstandsvorsitzender Akademie Deutsches Bäckerhandwerk Sachsen, die beiden Veranstaltungstage zusammen. Handwerksbäckereien sollten die eigenen Chancen erkennen und ergreifen.

Und sie sollten den Kunden zeigen, „wer wirklich qualitativ hochwertiges Brot backt – mit Leidenschaft und Kreativität, mit gesunden Zutaten möglichst aus der Region und ohne Zusatzstoffe“, so Ermer weiter. „Das Bäcker Bar Camp hat als Ideenschmiede die richtigen Impulse gesetzt, damit sich unsere handwerklichen Bäckereien mit frischen Ideen zukunftsfähig aufstellen können.“

Deshalb will Bäckermeister Ken Schwarze aus Bennewitz beim zweiten Bar Camp im nächsten Jahr wieder dabei sein. „Wir werden unseren Kunden künftig sicherlich noch mehr Vollkornprodukte anbieten und unser Sortiment erweitern – dafür gab es in den Workshop viele Tipps.“ Vor allem jedoch schätzt auch er den Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten. Der sei „absolut unbezahlbar“.


Lesen Sie hierzu folgende Bücher


  • Flecht- und Schaugebäcke
    Helmut Mühlhäuser

    Flecht- und Schaugebäcke

    Das komplette Repertoire: von einfachen Knoten, Korb- und Gitterflechtungen über zahlreiche Mehrfachstrangzöpfe bis hin zum anspruchsvollen Schaustück.

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  • Der neue clevere Bäcker
    Bernd Kütscher

    Der neue clevere Bäcker

    Dieses Buch, das mittlerweile in der 4. und stark erweiterten Neuauflage erscheint, ist ohne Übertreibung zum echten Standardwerk geworden, das in keiner Bäckerei fehlen darf!

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  • Prüfung und Praxis Bäcker/-in
    Wolfgang Mößner

    Prüfung und Praxis Bäcker/-in

    Über 400 Fragen, sowie ausführliche Antworten und Erläuterungen erleichtern eine optimale Vorbereitung für berufsqualifizierende Prüfungen im Bäckerhandwerk.

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Verkauf und Backstube beschäftigen Bäcker. Input und Anregungen bekommen sie beim Bäcker Bar Camp in Dresden.
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