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Verkäuferin unter Mordverdacht

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Verkäuferin unter Mordverdacht (Quelle: SYSTEM)

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Im Stuttgartkrimi „Schwabenbräute“ der Autorin Dorothea Böhme muss Bäckereiverkäuferin Paula Schmidt einen Mord aufklären

Von Bérengère Thumm

Sind Sie Paula Schmidt?“ Der Kunde, der gerade das Wechselgeld für sein Roggenbrot entgegennahm, sah sie mit zusammengekniffenen Augen an. Er war groß, Paula schätzte ihn auf knapp über 1,90 Meter, und trug einen grauen Anzug. Sein dunkles Haar hatte er mit viel Gel in einen Seitenscheitel gekämmt, seine ebenfalls dunklen Augen blickten hart, und die Adlernase gab ihm endgültig den Eindruck eines Immobilienhais. Sie nickte vorsichtig. Solche Leute hatten zumindest ihr gegenüber noch nie gute Absichten gehabt. „Bernd Hochmeister, Rechtsanwalt“, stellte er sich vor. Oder das. Jurist wäre ihre zweite Vermutung gewesen. „Was wollen Sie von mir?“ “Ihnen einen Job anbieten.“ Und schon ist Paula mitten in einen Mordfall verwickelt.

Paula Schmidt ist vorbestraft, hat ihr Studium abgebrochen und arbeitet als 450 Euro-Kraft in einer Bäckerei in Stuttgart. Eines Tages wird sie von Bernd Hochmeister, einem Anwalt, beauftragt, dessen Frau zu beschatten. Sie nimmt den Auftrag an und steht auf einmal unter Mordverdacht. Gemeinsam mit ihrer Kollegin, der Bäckereifachverkäuferin Julia, kann sie den verzwickten Mordfall in der Stuttgarter High Society lösen und ihre Unschuld beweisen. Unterstützt werden sie von Paulas (Ex-)Freund aus Studienzeiten, Tim, der einen Head Shop betreibt, in dem er Bongs und andere Kifferutensilien verkauft und aufgrund seines regen Cannabiskonsums mehr schläft, als dass er bei den Ermittlungen hilft.

Einsatzzentrale

Bäckerei

Die Bäckerei dient als Einsatzzentrale, Beratungs- und Rückzugsort. Hier kann die selbsternannte Privatdetektivin wieder Kraft schöpfen, bei einem Kaffee den Stand der Ermittlungen erörtern und ihre Lieblingsspeise verzehren: .

„Schwabenbräute“, ist der erste mit der Figur der Privatdetektivin Paula Schmidt. Autorin Dorothea Böhme (36), lebte einige Jahre in Ungarn als Lektorin. Dort vermisste sie das deutsche Roggen- und Vollkornbrot, da es in Ungarn hauptsächlich Weißbrot gibt.

Von einer Kollegin, mit der sie gemeinsam während des Studiums gekellnert hat, wurde sie zu ihrer Figur Paula Schmidt inspiriert. Die Kollegin arbeitete neben dem Kellnerjob auch in einer Bäckerei und erzählte mit Begeisterung von ihrer Arbeit dort. Daraus entstand die Idee zur Bäckereiverkäuferin und Privatermittlerin in einem.

Autorin kann

Krimis und Käsekuchen

Dorothea Böhme, die mittlerweile in Stuttgart lebt, und am liebsten Mohnstriezel und Puddingbrezeln isst, würde nach eigener Aussage nie Brot vom Discounter kaufen, außer sie stünde kurz vor dem Hungertod. Für ihren selbst gemachten Käsekuchen müsse sie sich nicht verstecken, der „ist wirklich richtig gut“. Über ihre weiteren Backkünste sagt sie: „Breiten wir lieber den Mantel des Schweigens darüber“. Das sei letztlich auch der Grund, weshalb sie Bäckereien möge.

Im Krimi schwingen leise kritische Töne über den Beruf der Fachverkäuferin und deren geringe Entlohnung mit, in erster Linie ist es aber ein Buch um die spannende Auflösung eines Mordes. Alles in allem scheint Paula Schmidt ihre Arbeit in der Bäckerei zu mögen – auch wegen der Berliner.

 

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