ABZ - Das Fachportal für Bäcker

Nachhaltige Hilfe zur konkreten Selbsthilfe

Zusätzlich zu deutschen Arbeitstechniken lernen die Auszubildenden auch betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse. +Zur Fotostrecke
Zusätzlich zu deutschen Arbeitstechniken lernen die Auszubildenden auch betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse.

Weitere Artikel zu


Prisma

Ukrainisch-Deutsches Bäckereizentrum schult Bäcker in Praxis und Betriebswirtschaft / Beratungsprogramm Transfer unterstützt beim Aufbau

Poltawa/Ukraine (p). Seit 1993 hilft die Bundesregierung Reformländern in Osteuropa bei dem schwierigen Prozess des Systemwandels, um den Ländern eine Integration in die EU zu ermöglichen. Mit dem Osteuropa-Beratungsprogramm „Transform" werden die Länder beim Aufbau von Demokratie und einer sozialen Marktwirtschaft unterstützt.

Die GfS (Gesellschaft für Strukturentwicklung) baut nachhaltig lebensfähige Infrastrukturen und wirtschaftliche Organismen auf und bietet so eine Perspektive. Im Rahmen von „Transfer" gründete die GfS 1999 in Poltawa (Ostukraine), das Ukrainisch-Deutsche Bäckereizentrum (DUB). Finanziert wurde das Projekt in den ersten zwei Jahren über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). In diesem Bäckereizentrum werden jährlich rund 100 Handwerksbäcker, Existenzgründer und 25 Bäckereimechaniker ausgebildet. Die Ausbildung erfolgt durch erfahrene, bestens qualifizierte Fachkräfte aus Deutschland, der Schweiz und der Ukraine. Die Fachkräfte hierfür werden vom Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM) vermittelt. Ziel ist es, das fachliche Know-How an die ukrainischen Auszubildenden zu vermitteln und so auf lange Sicht eine gute Basis zu schaffen. Denn gerade in der Ukraine fehlen oft für wichtige Arbeitsplätze qualifizierte und berufserfahrene Fachleute. Das DUB ist also ein wichtiger Schritt in die selbstständige Weiterentwicklung des Bäckerhandwerks in Poltawa.

Die Ausbildung zum Handwerksbäcker im DUB erfolgt in einem dreimonatigen Intensivkurs und ist vom ukrainischen Bildungsministerium anerkannt. Die Ausbildungspläne unterscheiden sich zwangsläufig von den deutschen Plänen, denn es muss immer damit gerechnet werden, dass Strom, Wasser oder Rohstoffe nicht zur Verfügung stehen.

Die Seminare für Existenzgründer richten sich an bereits ausgebildete Bäcker. Den ausgewählten Bäckern werden vor allem betriebswirtschaftliche Grundkenntnisse vermittelt, um sie so optimal auf die Selbständigkeit vorzubereiten.

Die Ausbildung zum Bäckereimechaniker dient vor allem dazu, die weitere Instandhaltung der Maschinen zu gewährleisten. Da die Förderung der KfW auf zwei Jahre begrenzt war, waren die Mechaniker anfangs dafür zuständig, gebrauchte Maschinen aus Deutschland wieder aufzuarbeiten, um das Projekt weiterhin zu finanzieren. Heute hat das DUB allerdings ein vielfältiges Aufgabengebiet geschaffen und eine Beratungsfunktion eingenommen. Dazu gehört die Beratung von bestehenden und neuzugründenden Betrieben, einschließlich der Unterstützung bei der Finanzierung, die Entwicklung von Konzepten sowie Beschaffung von Maschinen.

In Kiew hat das DUB eine Musterbäckerei eingerichtet, die von deutschen Backwarenherstellern gesponsert wurde. Das Bäckereizentrum vermittelt außerdem ehemaligen Seminarteilnehmern mehrwöchige Praktika in deutschen Bäckereien in den Bereichen Produktion und Verkauf. Besonders beim Service und Verkauf haben die Ukrainer einen großen Nachholbedarf.

Auch interessant

Dresdner Stollen für Putin

Auch der russische Präsident Wladimir Putin schätzt den Genuss von Dresdner Stollen. mehr...

Weitere Artikel aus Blickpunkte vom 11.03.2005:

 

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel