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In Russland „galoppieren“ die Brotpreise

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Preisanstieg um durchschnittlich 30 Prozent / Verwaltung scheint machtlos

Moskau (age). In Russland hat sich der starke Preisanstieg bei Brot weiter fortgesetzt, obwohl die Regierung unlängst versprochen hatte, die Brotpreise stabil zu halten. Im vergangenen Jahr hätten sich die Verbraucherpreise für Brot und Backwaren durchschnittlich um rund 30 Prozent erhöht, berichtete die in Moskau erscheinende Zeitschrift „Landleben“. Diese Entwicklung werde vermutlich auch 2005 andauern, zumal beim Wintergetreide in der Wolgaregion sowie in Zentralrussland mit erheblichen Auswinterungsschäden gerechnet werden müsse. Marktexperten rechneten daher in der Vermarktungskampagne 2005/06 mit einem Produktionsdefizit. Zwar halte sich die Verteuerung mit einem Preisanstieg um durchschnittlich 30Kopeken (1Cent) für einen Laib Brot absolut gesehen in Grenzen, schreibt das Blatt. Allerdings würden in Russland traditionell große Mengen an Brot verzehrt, so dass sich die Mehrkosten für eine Durchschnittsfamilie schnell summierten. Dabei ist nach Einschätzung von „Landleben“ derzeit unklar, warum Brot überhaupt immer teurer wird. Schließlich sei die Getreideproduktion 2004 gegenüber dem Vorjahr um 10Mio.t auf 78Mio.t gestiegen. „Eine Rekordernte und Dumpingpreise der Müllereien müssten den Bäckern eigentlich Spielraum für Preissenkungen lassen“, urteilte auch der Leiter des Zentrums für agrarsektorale Fragen, Andrej Semichin. Allerdings bestimme der Getreidepreis heute gerade noch zu einem Fünftel, was ein Brot später im Laden koste, während der Rest auf Energie- und Lohnkosten entfalle. Es liege daher außerhalb der Möglichkeiten der lokalen Verwaltungen, die galoppierenden Brotpreise einzudämmen. Abhilfe könne im Einzelfall lediglich über Kostenzuschüsse an Bäckereien geschaffen werden, so Semichin. Dagegen plädierten die Behörden in den meisten Provinzen dafür, dem anhaltenden Brotpreisanstieg durch eine staatliche Getreidemarktintervention Herr zu werden.

Den 1. Preis erhielt der Fotograf Walter Fogel für seine Bildfolge „Brot Zeit“: Ein Bauer auf Lanzarote lagert alte Brötchen, die bei einem Hotelbetrieb abfallen, in einem Auto für seine Schweinzucht.
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