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Gebäck für adlige Gaumen

Stolz präsentieren sich
die Sieger des Schmuck-
brotwettbewerbs u. a. mit Michaela Thoß,
der 1. Vogtländischen Stollenfee.  (Quelle: Salden)+Zur Fotostrecke
Stolz präsentieren sich die Sieger des Schmuck- brotwettbewerbs u. a. mit Michaela Thoß, der 1. Vogtländischen Stollenfee. (Quelle: Salden)

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Stollen

Fast 100 Prominente aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft bewerteten beim Vogtländischen Stollentag Festliches der Handwerksbäcker

Ulrich Lupart ist ein „Wiederholungstäter“: Der Bürgermeister der Gemeinde Reuth im Vogtland hat bislang kaum eine der Lebensmittelprüfungen als Juror verpasst, die Amtstierarzt Dr. Hans-Georg Möckel, zugleich Präsident der Sächsischen Landestierärztekammer, in den vergangenen Jahren gemeinsam mit den regionalen Innungen des Fleischer- und des Bäckerhandwerks organisiert hatte. Beim bereits 13. Vogtländischen Stollentag des Stollenverbandes Sächsisches Vogtland erhielt der Kommunalpolitiker im Gasthof „Zur Eiche“ Auerbach den verdienten Lohn für sein Durchhaltevermögen: Dr. Möckel ernannte den Bürgermeister, der kurz zuvor sein sechstes Lebensjahrzehnt vollendet hatte, unter dem Beifall der knapp 100 Juroren zum 1.Oberverkoster mit dem Prädikat „Goldene Sensorika Vogtlandia“.

Prinz Albert gibt sich die Ehre

„Der Verzehr der von Handwerkern hergestellten Lebensmittel ist immer ein Genuss“, bekundete der Geehrte und bedankte sich auf ganz spezielle Weise für diese unverhoffte Ehrung – zur diesjährigen Prüfung von 13 weihnachtlichen Gebäcken brachte er mit Dr. Albert Prinz von Sachsen und Herzog zu Sachsen und dessen Gattin Elmira zwei seiner Geburtstagsgäste mit, die mit ihrem „blauen Blut“ die Runde der Bewerter adelten, zu denen bereits mit der 1.Vogtländischen Stollenfee Michaela Thoß, die 7. Plauener Spitzenprinzessin Maria Neuner und die Lindenprinzessin Jeanette Breitsprecher aus Reuth zumindest zum „Adel auf Zeit“ gehörte. „Wir sind absolut überrascht von der großen Vielfalt der verschiedenen Weihnachtsgebäcke, die wir zu Hause in München so gar nicht kennen“, bekannte Prinzessin Elmira. „Die Verkostung macht uns nicht nur viel Spaß, sondern die einzelnen Spezialitäten schmecken ganz lecker, weshalb ich die Vogtländer nur aufrufen kann, unbedingt die regionalen Stollen und Weihnachtsgebäcke aus ihren Handwerksbetrieben zu kaufen“, bekannte sie und versicherte, neben dem überreichten Sieger-Schmuckbrot mit einem weihnachtlichen Motiv auch die eine oder andere weihnachtliche Gebäckkreation mit in die bayerische Landeshauptstadt nehmen zu wollen.

Dabei machten schon solche blumenreiche Bezeichnungen wie „Himmelsbrot mit weihnachtlicher Füllung“, „Mango-Tango-Lebkuchen“ und „Gewürzschnitte mit Himbeerkonfitüre und Rumtränke“ nicht nur die Qual der Wahl schwer, sondern vor allem Appetit auf mehr. Hinter dem „Bratapfeltraum“ aus der Landbäckerei Gotthold Troll aus Taltitz verbarg sich beispielsweise eine weihnachtliche Schnitte mit karamelisiertem Bratapfel und Zimt. Die Gutachter – fast 100 Vertreter aus Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik sowie aus regionalen Wirtschaftsunternehmen, Verbänden und Vereinen – befanden die eingereichten Proben durchweg für gelungen und vergaben zehnmal das Prädikat „Vogtland-Gold“ für eine ausgezeichnete sowie dreimal Silber für eine sehr gute Produkt-Qualität. „Ein Lob dem Handwerksmeister für dieses hervorragende Backwerk“, konnte Moderator Dr. Möckel die Qualität der Spezialitäten immer wieder loben – ebenso wie die zwei Dutzend Studenten eines neuen Studienganges für Lebensmittelsicherheit an der Betriebsakademie Plauen, die beim Stollentag ein ganz spezielles Sensorik-Seminar erlebten.

Zum „Rahmenprogramm“ des 13. Stollentages gehörte ein Sonderwettbewerb um das gelungenste Schmuckbrot mit weihnachtlichen Motiven aus der vogtländischen Weihnachtsbackstube. Das Sieger-Schmuckbrot aus der Bäckerei und Konditorei Schürer in Muldenhammer übergab Jörg Schürer, zugleich 1. Vorsitzender des Stollenschutzverbandes und Obermeister der Bäckerinnung Vogtland/Göltzschtal, wie auch einen leckeren Vogtland-Stollen, dem sächsischen Prinzenpaar. Bei einem Quiz rund um den Vogtländischen Weihnachtsstollen, der in den 14 Mitgliedsbetrieben des Schutzverbandes nach einem einheitlichen Grundrezept hergestellt wird, kam ein Erlös von immerhin 302 Euro zusammen. Dieses Geld ging an den regionalen Verein „Teddybär“ e.V., der sich um die Opfer von häuslicher Gewalt gegen Frauen und Kinder kümmert. Im vergangenen Jahr hatten sich die Mädchen und Jungen der Sonnenhofschule Auerbach über einen riesigen, fast zwei Zentner schweren Stollenbaum gefreut. Zum Dank dafür bereicherte die Trommler-Gruppe der Förderschule für geistig behinderte Kinder und Jugendliche unter Leitung von Musiklehrer Frank Martin den 13. Stollentag mit einigen Ausschnitten aus ihrem Repertoire.

Stollenumsatz angekurbelt

Am Ende der dreistündigen Veranstaltung, die erneut unter der Schirmherrschaft des Landrates Dr. Tassilo Lenk gestanden hatte, konnte Jörg Schürer eine positive Bilanz ziehen: „Wir haben einmal mehr auf die hervorragende Qualität unserer Vogtländischen Weihnachtsstollen hingewiesen, deren Geschichte mehr als fünf Jahrhunderte zurückreicht, denn bereits im Jahre 1475 musste die Stadt Schöneck drei Weihnachtsbrote, wie das schmackhafte Gebäck damals hieß, an das Amt Voigtsberg abliefern“, weiß der 1. Verbandsvorsitzende Jörg Schürer.

„Zudem spüren unsere 14 Mitgliedsbetriebe, dass nach der Berichtserstattung über unseren Stollentag in den regionalen Medien der Stollenverkauf so richtig anzieht – auch bei den milden Temperaturen dieser Wochen.“ Für seine vielfältigen Aktivitäten rund um das weihnachtliche Gebäck wurde der Schutzverband Vogtländischer Weihnachtsstollen bereits fünfmal mit dem begehrten Stollen-Zacharias ausgezeichnet. Und auf der Südback in Stuttgart in diesem Jahr wurde der Bäckerei Roman Wunderlich aus Markneukirchen mit dieser begehrten Trophäe der 1. Preis verliehen, womit erstmals ein Handwerksbetrieb aus Sachsen im Einzelwettbewerb erfolgreich gewesen war. Na – da kann das Weihnachtsfest ja kommen.

 

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