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Einfach tierisch: Konditorin kommt auf den Hund

Von wegen billiges Fastfood: „Shirley“ beißt in einen Burger, der 6,90 Euro kostet. (Quelle: Biewer)+
Von wegen billiges Fastfood: „Shirley“ beißt in einen Burger, der 6,90 Euro kostet. (Quelle: Biewer)

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Martina Schöps backt Produkte für Vierbeiner im Hochpreissegment – glutenfrei oder mit Dinkel- und Roggenvollkornmehlen

Von Thomas Klaus

Einst stellte Martina Schöps im Gästehaus Petersberg der Bundesregierung Torten und andere süße Sünden her. Damals arbeitete sie als Konditorin und Patissiére. Doch das liegt lange zurück. Statt für Regierungschefs und gekrönte Häupter sind ihre Leckereien mittlerweile für Hunde und Katzen bestimmt.

Vor zehn Jahren gründete die ausgebildete Konditorin, die aus gesundheitlichen Gründen später umschulen musste und als Reiseverkehrskauffrau tätig war, die Firma „Schöps Feinkost“. Zuerst hatte die ihren Sitz in Hennef bei Bonn. Vor zweieinhalb Jahren erfolgte der Umzug nach Hooksiel an der niedersächsischen Nordseeküste. Dort wurde eine alte Backstube zur Produktionsstätte für Feingebäck für Vierbeiner umgewidmet.

Sorgfalt bei

der Herstellung

Dort wirkt der Bäcker Detlef Harms, den Martina Schöps in Vollzeit beschäftigt. „Ob ich für Menschen oder für Tiere backe“, sagt er, „ist gleichgültig. Gute Qualität und Sorgfalt bei der Herstellung sind sowohl für die eine als auch für die andere Zielgruppe ein Muss.“

Die Produkte werden auf verschiedenen Wegen unter die Halter gebracht – darunter als private Labels, im Fachhandel und Lebensmitteleinzelhandel, per Online-Shop, bei Veranstaltungen und Messen oder über den Werksverkauf.

Gebacken wird nach

dem Lebensmittelgesetz

Die Gründungsgeschichte von Schöps Feinkost ist eng mit „Lotte“ verbunden, der Hündin des Bruders von Martina Schöps. Diese Hündin litt unter Nahrungsmittelunverträglichkeiten und konnte auch keine Kekse genießen.

Als Martina Schöps für Lotte backte, wendete sich das Blatt. Denn schon damals war der Feinkost-Expertin neben dem guten Geschmack wichtig, was in ihren Produkten nicht drin steckt – und das ist heute die Philosophie von Schöps Feinkost: „Wir verzichten bewusst auf pflanzliche und tierische Nebenerzeugnisse – und damit auch auf den Teil der Schlachtabfälle, der laut Gesetz zur Tierfutterherstellung erlaubt wäre.“

Der Leitgedanke beim Entwickeln und Herstellen des Feingebäcks für Hunde und Katzen lautet Martina Schöps zufolge „Natürlich belohnen!“ Dabei sollte die tägliche Belohnung für den treuen Begleiter des Menschen nicht nur schmecken und motivieren, sondern ebenfalls mit natürlichen, unbelasteten Zutaten hergestellt und sehr gut verträglich sein.

Geschmack

mit Abwechslung

Der Schwerpunkt liegt auf Produkten für Hunde beziehungsweise deren Halter, die unter dem Markennamen „Dog-Müsli“ offeriert werden. Die Hälfte ist glutenfrei, die andere entweder aus Dinkelvollkornmehl oder Roggenvollkornmehl gebacken.

In geschmacklicher Hinsicht würden Abwechslungsreichtum und ungewöhnliche Kombinationen groß geschrieben, sagt Schöps.

Ein wichtiges Stichwort in diesem Zusammenhang sind Kräuter. „Ich bin eine Kräuter-Hexe“, scherzt die Chefin von Schöps Feinkost. Sie habe einen eigenen Kräutergarten, in dem sie in ihrer Freizeit gerne experimentiere und Grundlagen für weitere Leckereien lege.

Tierhalter zahlen

hohe Preise

Verkauft werden die Produkte im Hochpreissegment. So kostet ein 150-Gramm-Beutel mit „Premium Happen“ 6,75 Euro. Für Hundehalter, die ihren Vierbeinern etwas Gutes tun wollten, schrecke diese Preisgestaltung nicht, sagt Schöps.

Gelistet sind die Hundespezialitäten aber auch bei Unternehmen wie Edeka oder Fressnapf, wo sie unter anderen Markennamen laufen.

„Es gibt auch Hotels, die bei uns einkaufen, um für die Hunde ihrer Gäste etwas Besonderes im Angebot zu haben“, sagt Schöps, die auf alle Fragen antwortet – nur nicht auf die nach dem Umsatz.

dog-muesli.de

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