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Dresdner Bäcker „servieren“ Weltrekord

Auf dem Dresdner Königsufer stand Mitte September die mit 1150 Metern längste Kaffeetafel der Welt.  (Quelle: Dreilich)+Zur Fotostrecke
Auf dem Dresdner Königsufer stand Mitte September die mit 1150 Metern längste Kaffeetafel der Welt. (Quelle: Dreilich)

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6108 Gäste an der mit 1150 Metern längsten Kaffeetafel der Welt Platz bedient

Dresden (ad). Lange Gesichter in Olpe, Jubel in Dresden – in der sächsischen Landeshauptstadt nahmen Mitte September 6108 Gäste an der mit 1150 Metern längsten Kaffeetafel der Welt Platz. Der aus dem Jahr 2002 stammende Rekord der Stadt Olpe lag bei „nur“ 950 Metern und 4500 Teilnehmern. Dass der Rekord aufgestellt werden konnte, ist maßgeblich dem Engagement einiger Mitglieder der Bäcker-Innung Dresden zu verdanken. Sie stellten die für den Rekordversuch benötigte Dresdner Eierschecke her.

Am Anfang stand die Zahl 800, denn eben dieses Jubiläum wird in diesem Jahr in Dresden begangen. So viele runde Eierschecken wollten die Dresdner Innungsmitglieder backen, um die Gäste des Jubiläumsfestes zu bewirten und zugleich die Werbetrommel für ihre Handwerk zu rühren. Einzelheiten dieses Vorhabens wurden bei einer Innungsversammlung im zeitigen Frühjahr besprochen. Mit der Bäko Ost wurde zudem ein Partner gefunden, der seine Unterstützung für das Projekt zusagte.

Doch je mehr Wasser in den bis zum Stadtfest vergehenden Monaten die Elbe hinunterfloss, umso deutlicher wurde, dass es mit der ursprünglichen Idee allein nicht getan sein konnte.

In Zusammenarbeit mit dem Verein Lokale Agenda 21 e.V. nahm ein anderes Projekt Gestalt an. „Der Gedanke von der längsten Kaffeetafel der Welt kam auf“, erinnert sich Hans-Jürgen Matzker, Obermeister der Bäcker-Innung Dresden. „Für uns war sofort klar, dass zu einer solchen Tafel neben gutem Kaffee auch guter Kuchen vom Bäcker gehören muss – und der kommt von unseren Innungsbetrieben.“

Je weiter die Vorbereitungen gediehen, desto deutlicher wurden die Ausmaße des Mammutunternehmens. Als Ort für den Weltrekordversuch kam für die Dresdner nur das Elbufer mit seiner einzigartigen Altstadtkulisse in Frage. Dieses Flair, das bereits den venezianischen Maler Bernardo (Francesco Paolo Ernesto Bellotto) Canaletto begeistert hatte, sollte den passenden Rahmen für die spektakuläre Aktion abgeben. Um die 1150 Meter lange Tafel entlang des Königsufers aus Biertischgarnituren aufbauen und betreiben zu können, nutzten die Organisatoren die Unterstützung durch 90 Unternehmen, Vereine, Organisationen und Initiativen, die die Patenschaft für einzelne Segmente der Tafel übernahmen, diese aufstellten und eindeckten. Rund 200 freiwillige Helfer waren am Tag des Rekordversuches vor Ort, um dem Projekt zum Gelingen zu verhelfen.

Für Obermeister Hans-Jürgen Matzker waren die letzten Tage vor dem Ereignis purer Stress. Schuld daran waren weniger die etwa 8000 Stück Eierschecke, die er und elf seiner Meisterkollegen in ihren Backstuben hergestellt hatten. Stress bereitete ihm neben der logistischen Herausforderung, das Backwerk pünktlich ans Elbufer zu liefern, vor allem das Wetter am „längsten Tag“ des Dresdner Bäckerhandwerks. Doch Petrus hatte ein Einsehen und erwies sich wieder einmal als Freund der Bäcker. Bei bestem Kaiserwetter strömten Tausende Dresdner ans Elbufer, kauften für drei Euro fair gehandelten Kaffee und frische Eierschecke und setzten sich zum Schwatz mit Bekannten und Wildfremden in die Sonne. „Nicht auszudenken, wenn es heute geregnet hätte“, machte Matzker seiner Erleichterung Luft. „Dann wären alle Bemühungen vergebens gewesen.“

Als Stimme des Rekordversuches bewährte sich einmal mehr MDR-Moderator Gerd Zimmermann, der vielen Dresdnern unter anderem durch seine Live-Reportagen während der Bäckerglückswochen ein Begriff ist. „Zimmi“ sorgte während der Veranstaltung nicht nur für gute Laune, sondern wiederholte auch gebetsmühlenartig die Regieanweisungen für den Rekordversuch. Deren wichtigste lautete: „Wenn der Notar an den Tisch kommt, darf es keine Lücken geben. Jeder Gast muss vor sich mindestens noch einen Schluck Kaffee und ein kleines Stückchen Eierschecke haben.“

Da Kaffee und Kuchen angesichts der Wartezeit bis zur offiziellen Feststellung durch den beauftragten Notar mitunter recht schnell verschwanden, war Nachschub stets gefragt.

Gebacken hatten die Innungsbetriebe reichlich. Nicht zuletzt dank der Unterstützung durch die Bäko, die für den Rekordversuch Quark und Eier kostenlos zur Verfügung gestellt und die Auslieferung des von den Dresdner Mühlen gesponserten Mehls übernommen hatte, war Nachschub während keiner Phase des Rekordversuches ein Problem.

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