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Brotbacken mit (Jugend-)Stil: das Brotback-Atelier in Wien. (Quelle: Lorenz)+Zur Fotostrecke
Brotbacken mit (Jugend-)Stil: das Brotback-Atelier in Wien. (Quelle: Lorenz)

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In Wien gibt es ein Brotback-Atelier mit Kursen für interessierte Laien – und Profis

Von Reinald Wolf

Uns ist es wichtig, dass sich Leute die leisten können“, betont Barbara von Melle. Die Moderatorin und Buchautorin („Der Duft von frischem Brot“) ist beim Backen Überzeugungstäterin. Deshalb bietet sie die dreistündigen Einsteigerkurse zusammen mit Bäckermeister Thomas Wöckl für 90 Euro pro Person an.

Seit März rund

600 Kursteilnehmer

Ort der Handlung ist das erste Brotback-Atelier in Wien, das seit März 2018 mehr als 500 Kursteilnehmer angelockt hat. Und das, obwohl die Seminare nach dreimonatiger Sommerpause erst wieder beginnen.

Mit dabei waren nicht nur Anfänger, sondern auch ambitionierte Hobbybäcker – und auch , die beispielsweise mit Themen wie „Backen mit Hartweizen“ und „Gefinkelter Dinkel“ ihr Wissen und ihre Fertigkeiten optimiert haben.

Auch diese viereinhalbstündigen Seminare zum Preis von 135 Euro waren laut van Melle bereits früh ausgebucht. „Wir sind von der Resonanz überwältigt.“ Alle Kurse (max. Teilnehmerzahl 12) seien schnell komplett gewesen. Deshalb biete das Atelier jetzt zwei Anfängerkurse am Tag an, sagt van Melle, die auch das Brotfestival „Krume & Kruste“ mitinitiiert hat und organisiert.

„Wir stellen ein sehr großes Interesse daran fest, zu erfahren, wie gutes Brot gebacken wird – buchstäblich zu begreifen, was gutes Brot ausmacht.“ Das sei ein Grund dafür, dass das Konzept des neuen Brotbackstudios – mit Kursen, Seminaren und Workshops so gut ankommt.

Team- und Familienkurse:

„Vom Baby bis zur Oma“

„Zwischenzeitlich melden sich auch Gruppen, Teams – und sogar Familien an, für die wir dann relativ spontan individuelle Kurse anbieten.“ So habe vor kurzem eine Familie mit Teilnehmern aller Altersgruppen in der Lehrbackstube in den Teig gegriffen: Van Melle: „Vom Baby bis zur Oma.“

Die Leute seien regelmäßig begeistert, unabhängig von Alter, sozialem Status und Beruf. „Das wird uns immer wieder über Facebook oder direkt bestätigt. Und das ist auch für uns eine tolle Erfahrung, die Kursteilnehmer durch Brotbacken glücklich zu machen.“

„Uns“, das ist in erster Linie Thomas Wöckl, mit dem van Melle im Duett unterrichtet. „Wir ergänzen uns hervorragend. Thomas mit seinem fundierten Wissen rund um Getreide, Mehl und das Backen, und ich mit Rezepten und Langzeitführungen, die das Backen haushaltstauglich herunterbricht.“

„Starbäcker“

geben Workshops

Dazu stehen auf 130 Quadratmetern Atelierfläche ein Etagenofen und drei Haushaltsherde zur Verfügung. Auch „Starbäcker“ wie Dietmar Kappel, Franz Brandl und Pierre Reboul bieten dort Workshops an. Im Herbst kommt unter anderem Claudio Perando mit „Cristal Bread“. Ein Brot „mit großen Löchern“ und einer TA von mehr als 200.

Aber keine Angst: Auch dieser Kurs wird nicht dafür sorgen, dass Kunden nicht mehr beim Bäcker kaufen. „Im Gegenteil, die Arbeit der Bäcker wird nach einem Kurs mehr geschätzt. Die Leute sind dann eher bereit, hohe Preise für gutes Brot zu zahlen“, sagt Barbara van Melle.

Wie‘s dahinter aussieht, muss den Kunden nicht interessieren. Er möchte konstant freundlich bedient werden.
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