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Die Bio-Brotbox – eine Erfolgsgeschichte

Das ist die Bio-Brotbox: Burkhard Sonnenstuhl präsentiert in Nürnberg das Erfolgsmodell.  (Quelle: Mayer)+
Das ist die Bio-Brotbox: Burkhard Sonnenstuhl präsentiert in Nürnberg das Erfolgsmodell. (Quelle: Mayer)

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2006 wurden 88.000 gesunde Frühstücke an Erstklässler in neun Städten verteilt

Nürnberg (dag). 30 Prozent der deutschen Kinder gehen ohne Frühstück in die Schule und da dies nicht nur ungesund ist, sondern auch schlechtere Konzentration und schulische Leistungen nach sich zieht, wurde 2002 in Berlin die Aktion „Bio-Brotbox“ ins Leben gerufen. Eine Erfolgsgeschichte, die inzwischen auf andere Städten und Regionen (Brandenburg, München, Würzburg, Nürnberg, Hamburg, Hannover, Leverkusen, Frankfurt/Main) ausgeweitet wurde. 2006 wurden bundesweit 88.000 der wiederverwertbaren Plastikboxen, gefüllt mit einem leckeren Frühstück, an Erstklässler verteilt. Unterstützt wird die Aktion von vielen Bäckereien, etwa Hofpfisterei, Bäckerei Köhler (WÜ) und Märkisches Landbrot. Initiiert haben das Ganze vor vier Jahren Dr. Burkhard Sonnenstuhl (Geschäftsführer der Projektagentur Domäne Dahlem), Meinrad Schmitt (Geschäftsführer von Terra Naturkost), Joachim Weckmann (Geschäftsführer Märkisches Landbrot) und Gisela Lücke (Reformhäuser Vitalia).

Ernährungskultur erhöhen

Bei einer Zwischenbilanz auf der Biofach 2007 in Nürnberg erklärte Sonnenstuhl, die Stiftung Bio-Brotbox wolle das Wissen über Essen, Ernährung und Lebensmittel verbessern und damit langfristig einen Beitrag zur Erhöhung der Ernährungskultur leisten. Da seien die Schulanfänger ein guter Ansatzpunkt. Um eine bundesweite Ausbreitung der Aktion zu erreichen, führt man Multiplikatoren, politische Entscheidungsträger und vor allem Unternehmen zusammen und unterstützt andere Organisationen durch die Vermittlung von Know-how und Sponsoren. Da die Finanzierung der Aktivitäten rein privatwirtschaftlich über Sponsoren und ehrenamtliche Tätigkeiten erfolgt, sollen sich die Unterstützer identifizieren können.

Die Grundidee der Stiftung soll durch weitere Aktivitäten zur Förderung einer gesunden Ernährung von Schulkindern entwickelt werden. Für einzelne Unternehmen sei es schwer, in Schulen „rein“ zu kommen, hieß es, da immer nur Werbung befürchtet wird. Also müsse man bei den Schulämtern die Nachhaltigkeit „beweisen“. Deshalb stehen die einzelnen Unternehmen im Hintergrund. Nur das Brot als Erzeugnis der Bäcker-Zunft sei auf der Box verewigt. Besonders wichtig ist für Sonnenstuhl und seine Mitstreiter der Verzicht auf Steuer- oder Kampagnenmittel; man will die Aktion dauerhaft selbsttragend etablieren. Um das Interesse der Presse zu wecken, sei freilich die Zusammenarbeit mit Politik und Unternehmen wichtig. Nur so bekomme die Bio-Brotbox-Aktion die ihr zustehende Aufmerksamkeit.

Die Kooperation besteht noch immer und funktioniert nun auch in der Münchner Region unter der Regie von Dr. Caroline Evertshäuser von der Hofpfisterei: Unter dem Schlagwort „Kinder für Kinder“, denn in München haben 700 Kinder die Brotboxen für die Erstklässer gepackt. Die Resonanz in der Presse war gut, so Evertshäuser, allerdings kamen Beschwerden aus dem Umland, weil dort keine Bio-Brotboxen verteilt wurden. Deshalb wird die Aktion nun ausgeweitet. In Hamburg konnte Sonnenstuhl den Organisatoren den Kontakt zum Schulamt ermöglichen. Im Osnabrücker Land ist man in der Planungsphase.

In Nürnberg läuft die Aktion über das Rathaus. Hier ist Catrin Wagner, Bio-Modellstadt-Beauftragte im Umweltamt, Anlaufstelle. Als Schirmherren stellten sich hier Ober- bzw. Bürgermeister zur Verfügung. Den regionalen Organisatoren hilft ein Blick ins Internet: www.bio-brotbox.de.

Für sein Engagement wurde Burkhard Sonnenstuhl 2006 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

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