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Die Bäckerei als Freizeitpark

Ein bisschen Hollywood, ein bisschen Märchenwelt: Das Haubiversum ist ein Hingucker. (Quelle: Unternehmen)+
Ein bisschen Hollywood, ein bisschen Märchenwelt: Das Haubiversum ist ein Hingucker. (Quelle: Unternehmen)

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In der niederösterreichischen Erlebniswelt „Haubiversum“ wird Brotbacken zum Familienspaß / Haubis geht es um Transparenz

Von Stephan Fuhrer

Händewaschen ist Pflicht. Erst dann kann es losgehen. Guide Arnd Herröder teilt Schürzen an die Mitglieder der Gruppe aus. Die werden sie beim Besuch des Haubiversums in Niederösterreich noch benötigen. Schließlich steht ihnen keine gewöhnliche Backstubenführung bevor.

Die Produktionsanlage Bäckerei in Petzenkirchen ähnelt vielmehr einem . Brot als Erlebnis – so lautet das Konzept der Unternehmerfamilie Haubenberger.

Die Erlebnisbäckerei

ist weithin sichtbar

Schon von weitem ist der Hauptsitz des Unternehmens zu sehen. Hoch hinaus ragt der Ährenturm, ein einem Flughafentower nachempfundener, mit goldenen Ähren ummantelter Glaskomplex.

Gleich hinter den Gäste-, Produktions- und Logistikhallen steht in großen Einzelbuchstaben „Haubiversum“ in Hollywood-Manier in den Hang geschrieben. Neben dem Haupteingang zieren am Knusperhäuschen übergroße Brezeln, Hörnchen und Semmeln die quietschbunte Fassade.

Attraktion für Kinder und

Familien - auch gastronomisch

Das lockt Kinder an – so wie schon Hänsel und Gretel im Märchen. Die ersten zerren bereits an den Ärmeln ihrer Mütter. Doch die integrierte Gastronomie ist später dran. Genauso wie der Backshop im Foyer, der Spielplatz im Turm oder das Außenlokal. Zunächst einmal wollen die Familien hautnah erleben, wie in Petzenkirchen Brot und Brötchen gebacken werden.

Haubiversum soll den

Stellenwert von Brot erhöhen

Seit 2008 öffnet die Backerlebniswelt Haubiversum für Besucher ihre Tore. „Wir haben sie in erster Linie für alle Menschen gebaut, denen Brot und Gebäck wichtig ist“, sagt Firmenchef Anton Haubenberger und ergänzt, dass er damit vor allem den Stellenwert dieser Lebensmittel habe fördern wollen. „Uns ist wichtig, dass die Leute, besonders die Kinder, wissen, woher ihr täglich Brot kommt“, meint der Geschäftsführer.

Sieben Millionen Euro hat die Familie, die 1902 mit dem Backen begann, für den Umbau des Firmensitzes in die Hand genommen. Rund 220.000 Besucher kommen seither jährlich in den Ort zwischen Linz und Wien nahe der Autobahn 1.

Mit Bauernbrot einen

Namen gemacht

In den 1960er-Jahren machte sich der Bäcker mit dem Petzenkirchner Bauernbrot über die Gemeindegrenzen hinweg einen Namen. In den 1980ern entwickelte die Familie ein Schockfrostverfahren für Teiglinge. Danach wuchs das Unternehmen kontinuierlich.

Der Großbäcker zählt heute zu den größten Produzenten in Österreich und beliefert neben einigen eigenen Filialen im niederösterreichischen Mostviertel und im nahen Linz vor allem den Lebensmitteleinzelhandel und die Gastronomie.

Zu den Kunden zählen Konzerne wie Rewe, Metro oder Spar. Das Unternehmen hat auch Standorte in Italien und Kroatien sowie österreichweit fünf Logistikzentren. Geliefert wird auch nach Süddeutschland, in die Slowakei, nach Ungarn oder Großbritannien.

Hinter dem Vorhang glänzt

eine goldene Backstube

Die Meilensteine der Firmengeschichte erfahren die Besucher auch auf ihrer Tour durch die . Nach einem Einführungsfilm in einem kleinen Kinosaal wird die Leinwand zum Vorhang, der sich öffnet. Zum Vorschein kommt eine kleine, golden glänzende Backstube. Dort dürfen sich die Gäste unter Anleitung von Arnd Herröder am Mohnweckerlflechten versuchen. „Die Haubis-Bäcker brauchen für eines zwei Sekunden – wie schnell klappt es bei Euch?“ fragt der Guide.

Zum Schluss stecken die Gäste noch ein kleines Fähnchen in ihr Erstlingswerk. Am Ende der Tour können sie so ihren in der Zwischenzeit fertig gebackenen Zopf wiedererkennen und mit nach Hause nehmen.

Weiter geht es in Richtung Backstube. Über einen Gang oberhalb der Produktionsbereiche sehen die Gäste die Bäcker durch Glaswände bei der Arbeit. Daneben rattern riesige Maschinen. Förderbänder ziehen sich durch die Halle. „Diese vollautomatische Semmelstraße schafft 24.000 Kaisersemmeln in der Stunde“, erklärt Herröder. Im nächsten Bereich kneten Bäcker zusammen mit Lehrlingen Teige. Die Botschaft ist klar: Hier geht es trotz aller Technologie noch immer um Handwerk.

Backkurse für Kinder

im Ährenturm

Am Ende der Tour gehen viele Tagesgäste noch ins Café oder ins Knusperhäuschen, wo auch herzhafte Gerichte aufgetischt werden. Kinder können sich derweil in der Kinderbackstube im Ährenturm beschäftigen. Neben einem Spielplatz werden Backkurse für den Nachwuchs angeboten. Auch für Erwachsene gibt es Kurse und Programme.

„Das Interesse der Leute ist da, Backen ist eben für viele ein faszinierendes Handwerk“, sagt der Guide. Das sieht auch Anton Haubenberger so, dem es beim Haubiversum vor allem um Transparenz geht.

Antworten auf Fragen

nach der Herkunft

„Welche Menschen produzieren unser Brot? Woher kommen die hochwertigen Rohstoffe? Wie ist die Wertschöpfungskette vom Korn bis zum ofenfrischen Brot? All diese Fragen zu beantworten, ist uns wichtig, damit die Konsumenten einen Einblick erhalten können“, meint er.

 

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