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„Der Knolli backt‘s“ - und packt‘s auf dem Jakobsweg

Schöne Landschaften, nette Begegnungen, neue Perspektiven: Hansjörg Knoll hat auf seiner dreieinhalbmonatigen Wanderung einiges erlebt. (Quelle: privat)+
Schöne Landschaften, nette Begegnungen, neue Perspektiven: Hansjörg Knoll hat auf seiner dreieinhalbmonatigen Wanderung einiges erlebt. (Quelle: privat)

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Hansjörg Knoll ist 3000 km von Friedberg nach Santiago gewandert, um nach einem über 50-jährigen Arbeitsleben Abstand zu gewinnen

Von Reinald Wolf

Es ist nicht leicht, nach einem langen und erfolgreichen Leben als Unternehmer den Betrieb zu übergeben, loszulassen und dem Arbeitsleben den Rücken zu kehren. Viele Betriebsinhaber scheitern an dieser wohl letzten großen unternehmerischen Aufgabe ihres Arbeitslebens.

Auf dem Jakobsweg

das Weite gesucht

Für war das Scheitern in dem Fall aber keine Option. Der aus bei Augsburg stammende Bäcker- und Konditormeister hat einen ganz besonderen Weg gefunden, Abstand zu gewinnen: Er ist im vergangenen Jahr den berühmten gewandert. Von Augsburg nach Santiago de Compostela (Spanien), Etappe für Etappe, fast 3000 km in rund dreieinhalb Monaten – ohne Unterbrechung.

Nach 50 Jahren Arbeitsleben

bewusst einen Schlusspunkt gesetzt

„Nach 50 Jahren Arbeitsleben wollte ich raus und bewusst einen Schlusspunkt setzen“, sagt der 68-Jährige. Und so hat er buchstäblich wandernd das Weite gesucht – und in mehrfacher Hinsicht gefunden.

„Am Anfang habe ich jeden Tag mit meiner Familie telefoniert, auch um noch einige betriebliche Kleinigkeiten zu regeln. Später hat sich das dann auf zwei Mal die Woche eingependelt“, gibt Knoll zu Protokoll. Der Abstand sei Tag für Tag größer geworden. Nicht nur räumlich. Er habe gelernt, das Leben frei von terminlichen Zwängen und Termindruck zu genießen. „Ich konnte machen was ich will und bin viel gelassener geworden“, lautet das Fazit nach über 100 Tagen Wanderung.

Eine sportliche, aber auch eine mentale Herausforderung, wie der unternehmungslustige Meister betont. „Ich wollte auch wissen, ob ich das packe.“ Im Vorfeld hat sich Knoll auf die große Wanderung vorbereitet. Hat Reiseführer gelesen, sich kulturell informiert und ist zweimal die Woche nach der Arbeit mit Rucksack 15 bis 20 Kilometer gewandert – um sich fit zu machen und die Schuhe einzulaufen.

Der lange Atem hilft:

im Bäckerhandwerk und beim Wandern

„Schlussendlich muss man bei einer solchen Wanderaktion mentale Stärke mitbringen“, erklärt Hansjörg Knoll. Mentale Stärke sei auch im Bäckerhandwerk gefragt, wenn man zu etwas kommen will, ergänzt er. „Als Bäcker und Unternehmer musst du auch mal etwas durchziehen und Durchhaltevermögen haben. Das ist mir auch auf der Wanderung quasi entgegengekommen.“

Knoll hat zusammen mit seiner Frau Marie-Luise den Betrieb in 30 Jahren von zwei Standorten zu heute 25 Filialen weiterentwickelt. Auf der Basis des Friedberger Landbrots, mit das Unternehmen ursprünglich gestartet ist. Die Bäckerei ist schon lange Vollsortimenter, aber das genetzte, saftige Roggenbrot (80/20) mit langer Frischhaltung, hat den Erfolg des Unternehmens im Zeichen von „Knolli“ begründet. Und ein Blick auf die Symbolfigur des Familienunternehmens mit 111-jähriger Tradition zeigt: Hansjörg Knoll ist für diesen Sympathieträger der „Friedberger Landbrot Bäckerei“ Pate gestanden“ (siehe Foto) – unter dem plakativen Motto: „Der Knolli backt‘s“.

Mit Friedberger Landbrot als

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