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Das Brot-Ufo glänzt mit 1200 irdischen Schätzen

Peter Augendopler: Firmenchef und Museumsgründer (Quelle: Wolf)+
Peter Augendopler: Firmenchef und Museumsgründer (Quelle: Wolf)

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Die neu eröffnete „Wunderkammer des Brotes“ im österreichischen Asten ist ein Museum mit Exponaten aus 9000 Jahren Brotgeschichte

Von Reinald Wolf

Weithin sichtbar schimmern 3000 Edelstahlschindeln in der Sonne. Eine Erscheinung, die aufgrund ihrer Form an eine Wolkenformation, an fließenden Teig oder an ein kreativ gestaltetes Brot erinnert – oder an ein aus den Wolken gefallenes Ufo.

Brot-Ufo sollte man dann sagen, denn bei der Erscheinung im österreichischen Asten handelt es sich um die „Wunderkammer des Brotes“, die durchaus mit einer Vision in Verbindung gebracht werden kann – nach dem Motto: zurück in die Zukunft.

Das , wie die „Wunderkammer des Brotes“ heißt, ist vor kurzem als größtes Brot- und Bäckerei-Museum am Firmensitz von an den Start gegangen – mit der Maßgabe, nicht nur die Vergangenheit darzustellen, sondern auch die künftige Entwicklung des Bäckerhandwerks positiv zu beeinflussen.

Für die Bedeutung von

Brot sensibilisieren

„Wir wollen die Bedeutung von Brot unseren Kunden und der Fachwelt, aber auch der breiten Öffentlichkeit näher bringen“, sagt Museumsgründer zur offiziellen Eröffnung des buchstäblich architektonischen Glanzlichts, das auch als Kunden- und Veranstaltungsforum konzipiert ist.

Brot habe nicht nur eine bewegte, sondern auch eine bewegende Geschichte, betont der Firmenchef von Backaldrin – auch mit Blick in die Zukunft. Schließlich soll das Paneum auch zeigen, dass das Bäckerhandwerk ein moderner Beruf ist, dem fachlichen Austausch dienen und Veranstaltungen Raum bieten, die sich mit der Zukunft des Brotes und des Bäckerhandwerks befassen.

Exponate aus 9000 Jahren

Brotgeschichte

So gesehen bietet das Aufsehen erregende Bauwerk nicht nur äußerlich, sondern auch inhaltlich Raum für Visionen – und schaffe Verbindungen zwischen Tradition und Moderne.

Seit 30 Jahren ist Augendopler als passionierter Sammler rund ums Brot aktiv und hat dabei rund 15.000 Kunst- und Kulturobjekte zusammengetragen. Darunter auch eine ansehnliche Bibliothek mit teils sehr seltenen Fachbüchern.

Alter Mahlstein trifft

Coco Chanel-Vase

Insgesamt 1200 Objekte sind im Paneum ausgestellt. Vom 9000 Jahre alten Mahlstein aus der Westsahara bis zu den goldenen Ähren in roter Vase von Coco Chanel aus den 1950er-Jahren.

Eine Besonderheit stellt die Sammlung von 20 Kornmumien dar, die die Ägypter vor mehr als 2000 Jahren aus Nilschlamm und Gerstenkörnern als Grabbeigaben und Symbole für die Wiederauferstehung in Form einer Mumie im geschnitzten Sarkophag geschaffen haben.

„Wir haben in Asten die höchste Kornmumiendichte“, sagt Augendopler mit Hinweis darauf, dass es weltweit nur 100 Kornmumien gibt.

„Wir haben eine

wunderbare Brotkultur“

Aber es geht Augendopler nicht darum, mit Superlativen zu protzen oder gar mit dem Museum für Brotkultur in Ulm zu konkurrieren. „Wir haben eine wunderbare Brotkultur.“ Das zu zeigen, sei die Aufgabe der „Wunderkammer des Brotes“, ein Konzept, das mit Geschichten rund um Raritäten und Kuriositäten zum Thema spielt.

Das Paneum soll dazu beitragen, fürs Thema zu sensibilisieren, das Image des Bäckerberufs und das Selbstwertgefühl der Bäcker fördern. In dem Sinne sehe man sich auch als Ergänzung zum Ulmer Museum für Brotkultur.

„Wenn wir es schaffen, dass die Leute mehr über Brot nachdenken, haben wir schon viel erreicht.“ Schon optisch ist man in Asten damit auf einem guten Weg. Das Brot-Ufo lässt grüßen.

Pastor Idaki (links) und seine Kollegen freuen sich im Dezember 2014 über das erste frischgebackene Brot in der Angel Bakery.
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