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Brot trägt auch sein Gesicht

Martin Schneider zeigt sein 
Brotgesicht. (Quelle: privat)+
Martin Schneider zeigt sein Brotgesicht. (Quelle: privat)

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Bäckermeister Martin Schneider sorgt mit seinen Fotobroten buchstäblich für Aufsehen

Von Reinald Wolf

Eigentlich ist der Mann ein Künstler. Zehn Jahre lang hat Martin Schneider sich mit seinem Saxophon ein anständiges Zubrot verdient. Doch, inspiriert durch Künstlerkollegen, hat der Bäckermeister angefangen, daran zu tüfteln, Broten buchstäblich ein Gesicht zu geben – auf professioneller Basis, sollte man ergänzen.

Denn Schneider betreibt zusammen mit seiner Frau Ute eine kleine Bäckerei in Bad Marienberg „auf dem Westerwald“, wie er sich ausdrückt, und setzt mit seinem Unternehmen auf die Produktion von hochwertigen Broten.

Ein Jahr für die Entwicklung

des Verfahrens

Die Idee mit den Brotgesichtern hat er akribisch verfolgt. „Ich habe ein Jahr lang daran gearbeitet, die Idee umzusetzen und war mehrfach kurz davor, aufzugeben“, sagt der Tüftler. Schließlich hat es dann doch geklappt und Schneider hat mit den Konterfeis von Angela Merkel und Peer Steinbrück zur Bundestagswahl im Jahr 2013 mit seinen Mehlgesichtern auf Brot erstmals für Aufsehen gesorgt. „Das mediale Interesse war damit geweckt und meine Fotobrote waren quasi in aller Munde.“

Wobei das nicht ganz stimmt. Denn die Brote werden in der Regel nicht gegessen und „teilweise bis zu einem Jahr aufgehoben“, wie Schneider schon erfahren hat. Was bei entsprechendem Raumklima durchaus möglich sei.

Ein Schmuckstück –

auch für den Genuss

Allerdings will er nicht ausschließen, dass Brote zu festlichen Anlässen wie Geburtstage oder Hochzeiten direkt angeschnitten und verkostet werden. Denn das Schmuckstück ist keine Attrappe, sondern ein Roggenmischbrot (60/40) mit einem Gewicht von 1,4 Kilogramm.

Insgesamt 20 verschiedene Brote bietet Schneider an, das Mischbrot in verschiedenen Gewichtsvarianten ist sein Renner. Auch weil der „leidenschaftliche Brotbäcker“ mittels Langzeitführung und Vorstufen auf Qualität setzt. „Die Kunden sollen ja gerne wieder kommen“, lautet die schlichte Begründung. Für Schneider also ein Standardprodukt mit handwerklichem Anspruch.

Die eigentliche Herausforderung bildet aber das Fotobrot: auf Grundlage eines Fotos ein zweifarbiges Bild mit realistischer Anmutung zu machen – in der Kombination Mehl und Brotkruste.

Einfache Schablonentechnik

funktioniert nicht

Euro pro Gesicht und 39 Euro für zwei Gesichter auf dem Brot.

Er warte zwar noch auf den großen Durchbruch – habe aber via Fotobrotaktion seinen Brotumsatz insgesamt gesteigert. Von wegen brotlose Kunst ...

 

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