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Bäcker rockt die Rapper-Szene

Beim Video-Dreh zum Musik-Clip „Oh‘s und Ah‘s“. (Quelle: Max Meissner.de)+Zur Fotostrecke
Beim Video-Dreh zum Musik-Clip „Oh‘s und Ah‘s“. (Quelle: Max Meissner.de)

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Damion Lee ist Bäckermeister und Rapper, der für eine Hip-Hop-Karriere alles stehen und liegen lassen würde – auch seinen Betrieb

Von Bérengère Thumm

Endlich wieder dieser eine Moment in dem die Leute sagen, komisch dass ihn keiner hier kennt. Er macht so dies das wie krass, dieser Typ hier ist tight und komm mir nich‘ mit deim Stuff, ich mach Zutaten zu Teig“, schallt es laut aus der Box.

Bäcker als

Rapper als Bäcker

In seinem Song „Oh’s und Ah’s“ von (31) rappt der Musiker, was neben der Musik seine zweite Berufung ist: . Das ist also die eine Seite seines Alltags: Er ist Bäckermeister und Chef der Bäckerei Obermaier in Bernau am Chiemsee in fünfter Generation – weil „es so ein wahnsinnig schöner Beruf ist, ein uraltes Handwerk“, wie Damion sagt.

So ist er „halb und halb – ich bin zugleich Bäcker und Musiker.“ Was das heißt, beschreibt Damion Hawkins so: „Neulich kam ich um 1 Uhr von meiner vierten Solo-Show in Traunstein und stand morgens direkt im Verkauf, musste aushelfen. Jetzt gerade führen wir ein Interview zu meiner Musik und nebenher muss ich eine Milchbestellung annehmen. Das hält sich somit Bilanz.“

Aber die Musik „war immer irgendwie mit dabei.“ Bei all den Stationen in seinem Leben – und davon hat der junge Vater schon einige hinter sich gebracht.

Ein Song

für den Sohn

Neben dem Hotelfach über eine Werbeagentur und ein Studium der Tontechnik bis hin zu einem Volontariat als Videojournalist, blickt er auf seine Lehre und seinen Meister in Berlin zurück. Und im Moment liegt sein Fokus neben der Bäckerei vor allem auf seinem sechsjährigen Sohn Lennox, dem er ein Lied gewidmet hat – und der Musik.

Seine Musik ist geprägt von Pop, „ich habe Pop schon immer geliebt“, sagt Damion. Daneben habe Motown, Hip Hop, zuerst der amerikanische, dann der deutsche sowie Rap, Reggae und Soul Einfluss.

Er ist Sänger, komponiert und textet seine Lieder selbst – und treibt seine Musikkarriere voran. Zuvor hat er in einer Band namens „Taktattackers“ gesungen, „aber ich wollte solo weiter machen. Daher habe ich mich vor vier Monaten von ihnen getrennt.“

Musikstudio liegt

neben der Backstube

Seitdem „bin ich leider wie zweigeteilt“, sagt Damion. „Die Bäckerei verlangt mir viel ab.“ Aber auch die Musik und seine Karriere müssten gepflegt werden. Sein Studio liegt im Haus direkt neben der Backstube. Zwischen beiden springt er hin und her. „Es ist manchmal taktisch unklug, neben dem Arbeitsplatz zu wohnen.“

Aber es liege nicht nur an der Organisation der Bäckerei oder am Bespielen der Contents für seine Social Media Kanäle, dass „zur Zeit immer etwas auf der Strecke bleibt“.

Was würde er machen, wenn morgen seine Musik-Karriere an die Tür klopft? „Dann wäre ich weg“, lautet die spontane Antwort. „Wenn mich morgen einer nach einer Tour fragt, ich würde es machen“, sagt Damion überzeugt. „Aber noch glauben die wenigsten daran“, wirft er ein.

Und die Bäckerei? Die Leitung würde er übergeben, vielleicht käme dafür sogar sein Bruder Jesse in Frage, der sei ebenso Bäckermeister und bestens zur Übernahme geeignet. Den kennt auch noch keiner, aber der macht auch „Zutaten zu Teig“.

Helmut und Raphael Gragger mit Bäckermeisterin Katie Schubert und ihrem Team.
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