Prisma

Wir sind bereits Weltmeister im Brotbacken

Museum der Brotkultur Ulm ist eine von 365 WM-Stationen im „Land der Ideen“


Ulm (mde). Das „Museum der Brotkultur “ beherbergt eine weltweit einzigartige Sammlung rund um das wichtigste Nahrungsmittel der Menschheit, das Brot. Nun ist auch die Fußballweltmeisterschaft dort angekommen. Das Museum wurde von der Bundesregierung und der Wirtschaft zum ausgewählten Ort erhoben, als eine von 365 Stationen, die im WM-Jahr „Deutschland als Land der Ideen“ präsentieren. Weil sie die Fußballweltmeisterschaft für eine „einmalige Chance halten, der Welt das moderne Deutschland zu präsentieren“, haben Bundesregierung und deutsche Wirtschaft das Programm „Deutschland – Land der Ideen“ entwickelt. Innerhalb dieses Programmes sollen, wie Schirmherr Bundespräsident Horst Köhler schreibt, „die Innovationskraft der Menschen die hier leben, ihre Kreativität und ihre Weltoffenheit gezeigt werden“. Innerhalb eines bundesweiten Wettbewerbes wurden aus 1200 Vorschlägen 365 ausgewählt. Dem Museum für Brotkultur wurde einer der Titel „Ausgewählter Ort 2006“ verliehen. Die Urkundenverleihung wurde mit einem „Tag der offenen Tür“ gefeiert, den Museumsleiter Dr. Andrea Fadani mit dem Titel „Wir sind bereits Weltmeister im Brotbacken“ überschrieb.

Tatsächlich kam man aus dem Staunen nicht heraus, wenn man die von Roswitha Thiel zusammengestellte Brotausstellung betrachtete. Mehr als 100 Brot- und Brötchensorten hatte sie zusammengetragen und phantasievoll arrangiert und so einen konzentrierten und beeindruckenden Einblick in die Welt des deutschen Brotes geschaffen. Natürlich durfte zu diesem Anlass auch ein rundes „Kickerbrot“ nicht fehlen. Zwei am Rücken zusammengelegte Laibe ergaben einen kugeligen Fußball.

Hermann Eiselen, der Sohn des Museumsgründers und Dr. Fadani wiesen in ihrer Laudatio zur Verleihung des Titels „Ausgewählter Ort 2006“ darauf hin, dass das Museum nicht nur ein Ort des Sammelns und Betrachtens sei. „Wir erinnern immer wieder daran, dass jeder achte Mensch auf dieser Welt nicht genug zu Essen hat. Als international eingebettete Institution leisten wir einen Beitrag zur wissenschaftlichen Forschung mit dem Ziel, den Hunger aus der Welt zu schaffen“, sagte Hermann Eiselen. „Wirkliche Kulturleistung kann nur erbracht werden, wenn genügend Brot für jeden da ist und kein Hunger herrscht“, fügte Dr. Fadani hinzu. Die Museumsleitung sei stolz auf diese Auszeichnung, welche deren Arbeit und deren Ziele noch mehr in das internationale Bewusstsein rücke, meinte er. Und weil sich das Museum dem „Land der Ideen“ verpflichtet fühle, zeige es in seiner nächsten Sonderausstellung Fotografien, die „einen Blick in die Backstuben dieser Welt“ ermöglichen.


Artikel vom 17.03.2006
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