Prisma
Wenn Bäcker kollabieren
Kohlenmonoxid-Vergiftung in einer Backstube
Mannheim (bgn). Die Berufsgenossenschaft meldete ein Horrorszenario: Gleich vier Bäcker seien nahezu zeitgleich in einer Backstube kollabieren. Der herbeigerufene Notarzt stellt seine Diagnose schnell: Anzeichen einer Kohlenmonoxid-Vergiftung. Wie kam das Gas in die Backstube?
Kripo und BGN ermittelten. Verursacher konnte nur der Gas betriebene Backofen sein. Die Überprüfung von Ofen und Brenner ergab, dass die Brennerleistung zu hoch eingestellt war. Die vorhandene Sauerstoffmenge reichte jetzt nicht mehr, um das Gas optimal zu verbrennen. Das Gas verbrannte folglich nur unvollständig, was den hohen Kohlenmonoxid-Gehalt im Abgas erklärt. Vermutlich hatte jemand die Stellschraube zur Regulierung des Gasdurchgangswertes „verstellt“. Die Verplombung war aufgehoben.
Austreten konnten die giftigen Abgase durch das undichte Heizregister. Ein Defekt, der erst jetzt entdeckt wurde. Die vorgeschriebene regelmäßige Prüfung der Ofenanlage hatte schon lange nicht mehr stattgefunden.
Kohlenmonoxid (CO) entsteht bei der unvollständigen Verbrennung organischen Materials (z. B. Holz, Kohle, Öl, Benzin, Gas etc.). Das hochgradig giftige Gas ist farb-, geruch- und geschmacklos. Es besetzt im Körper die Bindungsstellen für den lebenswichtigen Sauerstoff. Die Symptome der CO-Vergiftung entstehen also im weiteren Sinne durch einen Sauerstoffmangel.
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