Blickpunkte

Vergesst für 2010 die Kekse nicht!

„Hallo Kollege, für das Jahr 2009 schon ein Stollenfazit gezogen? Vielleicht hast du noch mehr Umsatzpotenzial im Weihnachtsgeschäft!“


Von Torsten Hacke

Viele Kollegen erzählen von ihren prächtigen Stollen mit ihren wundervollen Namen, die sie sich ausgedacht haben und in dieser Saison gebacken haben. Und man hört wie viel hunderte oder gar tausende Stollen davon über die Ladentheken gegangen sind bzw. über das Internet verkauft wurden. Dann hat man noch alles mit viel Mühe zelebriert, vielleicht sogar ein Stollenfest mit feierlichem Anschnitt eines besonders großen Prachtexemplars gefeiert. Alles lobenswert, aber da gibt es ja noch mehr spannende Produkte als nur Stollen!

Hoffentlich hast Du bei allem Stolleneifer die Kekse nicht vergessen! Die braucht man nämlich nicht dazuzukaufen aus den Sortimenten der Zulieferer. Die lassen sich sehr gut selber herstellen.

Jetzt erzähl ich Dir nämlich mal was unter uns, lieber Kollege. Einen Keksteig zu machen, geht schneller als die Herstellung eines Stollenteiges. Er kostet vom Rohstoffeinsatz her gesehen weniger, ist nicht so fehleranfällig bei Teigfestigkeit, Teigflüssigkeit, Teigtemperatur und Teigruhe und 1000g herrliche Kekse zu backen, geht im Vergleich zum Stollen obendrein noch schneller. Liebevoll in schön kleinen Portionen zu 100g oder auch lose in der Theke lassen sie sich bestimmt genauso gut verkaufen.

Erst recht, wenn man sich ihnen mit einer so ähnlich aufwändigen Werbung wie beim Stollen widmet.

Mit ein paar Kniffen kannst Du außerdem viele Sorten zaubern, ja vielleicht sogar Stollenfrüchte unter den Keksteig mischen. Kennst Du noch das gute Schwarz-Weiß-Gebäck von früher? Das kann man heute sehr viel einfacher und auch trendiger backen. Lass deine Ideen einfach sprudeln und schreibe sie schon jetzt für das gesamte Jahr 2010 auf.

Heute kosten 100g Kekse vom Handwerksbäcker zwischen 1,10 bis 2,30 Euro – vielleicht sogar auch mehr. Der schlaue Bäcker rechnet sich das mal gleich in einem Kilogramm-Preis um und kommt zum Fazit, dass Kekse genauso viel oder eben mehr kosten als der Stollen. Und das bei weniger Rohstoffeinsatz, Arbeitseinsatz, Backeinsatz, Verpackungseinsatz und so weiter und so weiter.

Na, hat es jetzt geklingelt? Richtig, es bleibt mehr Gewinn über: Also, bereite dich schon mal auf 2010 vor und schreibe es Dir gleich auf, dass in der nächsten Saison wieder ordentlich Kekse selber gebacken werden – Aber vergesst dann bitte den Stollen nicht!

Mit krümeligen Grüßen,

Kollege Torsten Hacke,

Ahnsen (Niedersachsen)


Artikel vom 13.01.2010
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