Prisma

Schwarzarbeit in Backstube aufgeflogen

Zoll durchsuchte Geschäftsräume und Privatwohnung des Betriebsinhabers


Gießen (ke). Beamte der Finanzkontrolle Schwarzarbeit (FKS) des Hauptzollamtes Gießen kontrollierten zusammen mit der Steuerfahndung Wetzlar und der Gießener Ausländerbehörde im Auftrag der Staatsanwaltschaft einen Backbetrieb. Das Unternehmen wurde verdächtigt, illegal Ausländer zu beschäftigen. Und der Verdacht bestätigte sich bei der Untersuchung der Bäckerei, des Ladengeschäfts in der Innenstadt sowie der Privatwohnung des Betriebsinhabers.

Von den neun in der Backstube angetroffenen Mitarbeitern konnten zwei 23- und 26-jährige Türken weder eine Aufenthaltsgenehmigung noch eine Arbeitserlaubnis vorweisen. Wie sich zudem herausstellte, hielten sie sich bereits seit einigen Jahren illegal in Deutschland auf und wurden per Haftbefehl gesucht. Beide wurden festgenommen und dem Haftrichter vorgeführt. Ihnen droht nun ein Strafverfahren und die Abschiebung. Ein weiterer 26-jähriger Türke hatte ebenfalls keine Arbeitserlaubnis und hätte bereits vor Monaten das Land verlassen müssen. Gegen einen 19-jährigen Türken wurde ein Strafverfahren eingeleitet, da er als Asylbewerber in der Bäckerei beschäftigt wurde, obwohl er gar nicht hätte arbeiten dürfen.

Nach ersten Ermittlungen war ein Großteil der Arbeitskräfte seit längerem in der Bäckerei „schwarz“ beschäftigt. Inwieweit der Arbeitgeber dadurch Sozialabgaben bzw. Steuern hinterzogen hat, wird noch ermittelt.


Artikel vom 06.10.2005
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