Prisma
Russisch Brot an der Newa
Buchstabengebäck soll in St. Petersburg verkauft werden
Dresden/St. Petersburg (rgb). Das Buchstaben-Gebäck „Russisch Brot“ ist heute in Russland völlig unbekannt, obwohl es einstmals die Zaren genossen haben sollen.
Jetzt will Backwarenunternehmer Hartmut Quendt aus Dresden das ursprünglich russische Gebäck wieder an die Newa zurückbringen. Das Dresdner Büro der sächsischen Wirtschaft in St. Petersburg hatte für den Unternehmer eine zweitägige Tour durch Petersburgs Bäckerei-Branche organisiert und mit Tüten voller Russisch Brot und anderer Dresdner Delikatessen besuchte er vor kurzem St. Petersburger Bäckereibetriebe. Hartmut Quendt: „Ich will das Russisch Brot hier verkaufen, denn das ist schließlich sein Herkunftsort“.
Der Dresdner Bäckergeselle Ferdinand Wilhelm Hanke soll um 1844 die Rezeptur von der Walz aus der Zarenstadt in die sächsische Heimat mitgebracht haben. Die „Bukwi“ (Buchstaben) waren damals in St. Petersburg sehr beliebt. Hanke hatte sie auf Petersburgs Prachtmeile, dem Newski Prospekt, backen gelernt und eröffnete gleich nach seiner Rückkehr in Dresden eine „Deutsche & Russische Bäckerei“. Russisch Brot überlebte dann in der deutschen Emigration und sucht nun wieder die Rückkehr von der Elbe an die Newa.
Russisch Brot soll in lateinischer Schrift bleiben und nicht in kyrillischen Buchstaben gebacken werden. Zumal bei russischen Konsumenten Importware meist mehr gilt als einheimische Produkte. Überlegt wird deshalb noch, aus Marketinggründen die Backwaren dann in „Deutsches Brot“ umzubenennen.
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