Prisma

Mehr als ein Blick in die Backstuben

Sonderausstellung in Ulm eröffnet / Museums-Mitbegründer Dr. Eiselen wurde 80 Jahre


Neu-Ulm/Ulm (mde). Die Sonderausstellung „Der Blick in die Backstuben der Welt“ wurde im „Museum der Brotkultur“ eröffnet. Bei der Ausstellungseröffnung wurde der Mitbegründer des Museums, Dr. Hermann Eiselen, anlässlich seines 80. Geburtstages geehrt.

Das „Museum für Brotkultur“ verdankt seine Entstehung im Jahre 1955 dem Engagement und der Vision seiner Gründer Willy Eiselen und dessen Sohn Dr. Hermann Eiselen. Letzterer feierte am Tag der Eröffnung der Sonderausstellung „Blick in die Backstuben der Welt“ seinen 80. Geburtstag. Die Ausstellung war ein gebührender Anlass für Museumsleiter Dr. Andrea Fadani und die Ehrengäste aus Politik, Handwerk, Handel und Banken, den Jubilar an seinem 80. Geburtstag für sein Lebenswerk, das weltweit einzigartige „Museum für Brotkultur“, zu ehren.

Für Dr. Eiselen ist die gängige Form eines Museums „Sammeln, Bewahren, Erforschen und Vermitteln“ allenfalls eine „Minimalforderung“. Die Institution soll außer dieser Minimalforderung eine übergeordnete Botschaft vermitteln. „Das Museum muss ein geistiges Zentrum sein, das sich neben der Durchführung von Sonderausstellungen mit allen Aspekten seines Themas beschäftigt. Dazu gehören Forschungsarbeiten, Buchpublikationen oder Vorträge von Wissenschaftlern genauso wie Fragen zur Welternährung, Dichterlesungen, Backvorführungen zu traditionellem Brauchtumsgebäck, Auskunfterteilung durch das Archiv und die Benutzung der Bibliothek des Museums“, so Dr. Eiselen.

Die Sonderausstellung „Der Blick in die Backstuben der Welt“ wird diesen Zielsetzungen sowohl inhaltlich, als auch von ihrem Wissenschaftsanspruch gerecht. Dies unterstrich Kurator Dr. Oliver Seifert bei der Vernissage in seinem Referat in einem mit Lichtbildern dargestellten „Ausstellungsrundgang“. An vielen Beispielen verdeutlichte er, dass Einzelbilder durch ihr Zusammenhängen mit anderen Fotos eine völlig anders gewichtete Bildaussage bekommen (z.B. Armut in einer afrikanischen Backstube-Überfluss in einer modernen deutschen Bäckerei, Touristenblick gegenüber handwerklicher Wirklichkeit).

Die übergeordnete Bedeutung der Bildaussagen wurde besonders klar in dem Foto „Lehrlinge in einer Bäckerei in Jaffa“. Die Fotografin hat die Lehrlinge beim Teigbereiten so angeordnet, dass sie dem Bildverlauf des „Letzten Abendmahles“ folgen. Ein Beispiel für die „Heiligkeit des Arbeitsalltags“ und für die Botschaften, welche das Museum für Brotkultur verbreiten will.

Museum der Brotkultur Ulm

Salzstadelgasse 10

89073 Ulm

Täglich: 10 bis 17 Uhr

Mittwoch: 10 bis 20.30 Uhr

Telefon: 0731 / 69955

www.museum-brotkultur.de


Artikel vom 30.03.2006
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