Prisma
Kulturlandschaft in Kunst verwandelt
Neue Sonderausstellung im Museum der Brotkultur Ulm bis 18. März 2007
Ulm (p). Wer in die Luft geht, kann die Natur ganz neu entdecken. Diese Erfahrung können Besucher des Museums für Brotkultur in Ulm seit 31. Januar machen. Dort verblüfft der Schweizer Biologe und Gartenarchitekt Olivier Lasserre mit Fotografien, die unsere Felder und Gemüseanbauflächen wie abstrakte Kunst erscheinen lassen. Seine großformatigen Bilder sind eine Hommage an die Fähigkeit des Menschen, die Erde urbar zu machen. Die erstaunlichen Luftaufnahmen von Lasserre zeigen, mit welch deutlicher Handschrift sich der Mensch der Erde bedient, um sein „tägliches Brot” zu erzeugen. Die Arbeiten sind bei 25 Flügen – unter anderem über das Tal der Isère, die Ebene von Valence, das Umland von Grenoble oder die Camargue – im Ablauf eines Jahres entstanden.
Vor 20 Jahren nutzte Olivier Lasserre die Fotografie noch als rein technische Möglichkeit, um seine Raumplanungsprojekte zu illustrieren. Allmählich wurde aus Technik Leidenschaft. Lasserre begann seinen Sinn für Linien, Grenzen, Übergänge, Texturen und Oberflächen zu schärfen. Die Begegnungen mit den Werken des amerikanischen Malers Mark Rothko und mit dem deutschen Fotografen Andreas Gursky sowie erste Ausstellungserfolge bestärkten ihn, Grenzen mit seiner Kamera auszuloten und Landschaften ohne Blick auf den Horizont einzufangen. Bei der Herausarbeitung einer „Abstraktion von Landschaft” gewann die Vogelperspektive immer mehr Bedeutung. Der Foto-Künstler bestieg immer häufiger einen kleinen zweisitzigen Hubschrauber – so wie er beim Düngen eingesetzt wird – um Landstriche und Kulturlandschaften abzubilden. „Mein Ziel war es, die Überlagerung von natürlichen und künstlichen Strukturen zu zeigen, die Inbesitznahme der Natur durch den Menschen”, erklärt Olivier Lasserre seine künstlerische Motivation.
Museum der Brotkultur
Historischer Salzstadel in Ulm
Öffnungszeiten:
Täglich: 10 bis 17 Uhr
Mittwoch: 10 bis 20.30 Uhr
www.museum-brotkultur.de
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