Blickpunkte

Kriegt's Aldi gebacken?

Am „Backofen“ des Discounters scheiden sich die Gemüter – und Geschmäcker


Wie es funktioniert, ist Holger Wanke egal. Hauptsache, sie schmecken. Und das tun sie: „Die Baguettes sind köstlich, auch noch am nächsten Tag“, schwärmt der Mittdreißiger vom Weißbrot, das der Backofen auf Knopfdruck ausspuckt. Der Stuttgarter, der nur ab und zu bei Aldi einkauft, weiß aber auch anderes zu berichten. „Die Brezeln aus dem Ofen schmecken scheußlich“. Ein Ausnahmefall? „Mit den Reaktionen unserer Kundinnen und Kunden sind wir sehr zufrieden“, stellt Aldi Süd klar. Die Käufer schätzten „die Frische, die hohe Qualität der Produkte und die hygienische Entnahmemöglichkeit.“ Mehr verrät der Discounter nicht über die Resonanz auf dem Markt.

Mehr verrät das Internet. Seit den Medienberichten über die Klage des Zentralverbands des Bäckerhandwerks gegen Aldi Süd, ist der Aldi-Backofen Gegenstand hitziger Diskussionen in Online-Foren: Ist das Brot wirklich frisch? Was erreicht der Verband mit der Klage? Schmeckt man noch einen Unterschied zwischen Discounter und Bäcker? Warum sind Brot und Brötchen beim Bäcker viel teurer? So kontrovers die Anworten ausfallen, so unverkennbar ist: „Wenn die Qualität stimmt, haben handwerkliche Bäcker, immer einen Markt“, wie ein Forumsteilnehmer schreibt.

Und auf Kunden wie Holger Wanke können Meister zählen: „Für mich ist der Geschmack ausschlaggebend.“ (mfi/wo)


Artikel vom 28.07.2010
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