Prisma
Getreide für die Ewigkeit
Saaten-Bunker auf Spitzbergen geplant
Spitzbergen (ke). Die norwegische Regierung will eine Getreide-Samenbank im ewigen Eis errichten. Die Saatenbank soll alle noch verfügbare Saat-Typen der mehrere 10.000 Jahre alten Landwirtschaftsgeschichte der Menschheit bergen. Das berichtet das britische Fachjournal „New Scientist“ (Nr. 2534, S. 12) in seiner aktuellen Ausgabe. Selbst Klimakatastrophen oder Atombomben sollen die Vielfalt von Kulturpflanzen der Welt nicht ausrotten können. Geplant sei deshalb auf der Insel Spitzbergen ein Bunker zu bauen, in der rund zwei Millionen Samen der weltweit etwa 300 Getreidearten sicher eingelagert sind. Diese Saatenbank würde es erlauben, nach einer globalen Katastrophe wieder eine Landwirtschaft aufzubauen, sagte Cary Fowler, Direktor der Globalen Getreide-Artenvielfalts-Organisation, dem Magazin.
Erste Pläne für eine globale Getreidesaaten-Bank existieren schon länger, wurden aber während des Kalten Krieges wieder verworfen. Das Thema wurde erneut aktuell, als Ende der 80-er Jahre Terroristen in Peru eine internationale Kartoffel-Samenbank plünderten. Die Welternährungsorganisation FAO gab im vergangenen Oktober ihre Zustimmung für den Bunker im arktischen Eis. Das drei Millionen Dollar teure Gewölbe werde in einen Berg aus Sandstein eingelassen. Es soll mehrere Meter dicke Mauern aus Spezialbeton und eine druckwellensichere Eingangsschleuse erhalten.
Um zu überleben, brauchen die Samen niedrigste Temperaturen. Deshalb soll der Bunker jedes Jahr im Winter von Spitzbergen – bei durchschnittlich minus 18 Grad Celsius – gut durchlüftet werden. Doch auch wenn das nicht geschieht oder eine dramatische Klimaerwärmung folgen sollte, werde der Saat nichts geschehen, versichern die Forscher. Beim Sammeln des Saatguts arbeiten sie mit bereits bestehenden Samenbanken zusammen. Die ersten Saat-Typen kommen aus den Philippinen, Mexiko, Syrien, Nigeria und anderen Ländern der Consultative Group on International Agricultural Research (CGIAR).
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