Prisma

Für Fortbildung und Perspektive gesorgt

Kammer schult Ausbilder aus Bosnien-Herzegowina / „Deutsches Eck“ brummt


Koblenz (p). Eine nachhaltige Verbesserung der beruflichen Aus- und Weiterbildung im Handwerk in Bosnien und Herzegowina ist das Ziel eines Partnerschaftsprojektes der Handwerkskammer Koblenz, in dessen Rahmen jetzt drei bosnische Ausbilder bei der Koblenzer Kammer eine zehntägige Weiterbildungsmaßnahme begonnen haben.

Ada Skrepnik (31), Ausbilderin für Frisöre, Nevenko Cengic (44), Ausbilder für Fleischer, Muhidin Idrizovic (38), Ausbilder für Bäcker und Konditoren, lernen dabei neue Fertigkeiten und Kenntnisse in der Produktion, Präsentation, Kalkulation und Kundenberatung in ihren Handwerksberufen. Die Ausbilder an einer berufsbildenden Schule in Sarajevo werden die vermittelten Inhalte an mehr als 200 Schüler sowie an Ausbilder berufsverwandter Schulen und selbstständige Handwerker in ihrem Land weitergeben. Förderer des Projekts sind die Robert-Bosch-Stiftung und das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Allein im Vorjahr wurden 20 Fleischerlehrlinge, 62 Konditoren und Bäcker sowie 28 Frisöre in den modernen Ausbildungswerkstätten der Schule in Sarajevo fit für ihren Beruf gemacht. In der Frisörwerkstatt werden Passanten von der Straße wie auch Schüler über die neuesten Trends und Farben informiert und topmodisch frisiert. Das Projekt übernimmt dabei eine Leuchtturmfunktion in dem Staat.

„In Bosnien und Herzegowina gibt es 13 Bildungsministerien. Das macht die Entwicklung von marktgerechten bzw. modernen und einheitlichen Berufsbildungssystemen nicht einfach. Um so mehr freut es uns, dass die bosnisch-herzegowinischen Handwerkskammern eine Meisterprüfung nach deutschem Vorbild möchten und auch der Gesetzgeber dies bereits schon verankert hat“, so Projektleiter Thomas Wilbert, der 2004 zum Manager des Jahres in Bosnien und Herzegowina gewählt wurde.

„Wir möchten die Wirtschaft in das gesamte Vorhaben mit einbinden. Die bosnisch-herzegowinischen Handwerksorganisationen erhalten erstmals die Möglichkeit, sich aktiv an der Entwicklung der im Projekt erarbeiteten Ausbildungsrahmenlehrpläne, Schulungen und bei der Entwicklung eines verbesserten Prüfungssystems zu beteiligen“, so Wilbert weiter. Das dreijährige Projekt startete im Januar 2006. Neben praxisorientierten Schulungsmaßnahmen geht es dabei um die Gründung von Prüfungsausschüssen, in die selbstständige Handwerker und Berufsschul-Ausbilder einbezogen werden sollen.

Bereits von 1997 bis 2004 führte die Handwerkskammer Koblenz ein vom BMZ finanziertes Partnerschaftsprojekt in Bosnien und Herzegowina durch. Dieses hatte zum Ziel, den handwerklichen Mittelstand zu stärken. Bedeutender Erfolg war unter anderem das Zusammenbringen von Mittelstands- bzw. Handwerksvertretern aus beider Bevölkerungsgruppen.

Sehr gut angenommen wird auch ein Verkaufsladen mit dem Namen „Deutsches Eck“ im Zentrum von Sarajevo, den die HwK zusammen mit ihren bosnischen Partnern 2003 eröffnete. Zahlreiche deutsche Produkte wie Kirsch- und Puddingteilchen oder Paderborner Landbrot finden dort seit Projektbeginn reißenden Absatz.

Weitere Informationen

www.ost-west-gmbh.de


Artikel vom 17.01.2008
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