Prisma

Europa ist weltoffen, frisch und süß

Geburtstagskuchenprojekt „Europa is(s)t 50“ / Intern. Branchenvertreter vor Ort


Berlin (schl). Die Vielfalt Europas im Bäcker- und Konditorenhandwerk stand im Mittelpunkt eines dreitägigen Workshops mit 30 Branchenvertretern aus 20 Mitgliedsstaaten. Initiiert und organisiert wurde die Veranstaltung auf der Basis des gemeinsamen Kuchenprojekts unter dem Motto „Europa is(s)t 50“ in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt und den Botschaften, dem Deutschen Konditorenbund und dem Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks.

Vor Ort zeichneten die Bäcker- und Konditoreninnungen Berlin für Programmablauf und Betreuung verantwortlich. Zu einer interessanten Diskussionsrunde gestaltete sich das Treffen in der Akademie der Konditoreninnung. Die aus ganz Europa angereisten Tagungsteilnehmer waren Branchenvertreter, die als erfolgreiche Unternehmer von Bäcker- und Konditoreibetrieben auch auf den jeweiligen nationalen Verbandsebenen die Interessen ihrer Berufsstände wahrnehmen. Zum Gästekreis zählten beispielsweise DKB-Präsident Otto Kemmer und Konditorweltmeister Bernd Siefert aus Deutschland, Günther Koerffer, Präsident des Schwedischen Backverbandes und zugleich Präsident des Internationalen Verbandes für Confiseure, Pâtissiers und Eishersteller (UIPCG) sowie Österreichs Bundesinnungsmeister der Konditoren, Bernd Fenkart. Des weiteren waren Branchenverbände aus den Niederlanden, Spanien, Griechenland, Portugal, Zypern und Dänemark präsent, ebenso die neuen mittel- und osteuropäischen Mitgliedsstaaten wie Ungarn, Polen, Bulgarien und Rumänien. Im Fokus stand die Situation des Bäcker- und Konditorenhandwerks.

In Kurzreferaten wurden die jeweils länderspezifischen Marktsituationen und Trends, die Ausbildung des Berufsnachwuchses sowie die politischen und steuerlichen Rahmenbedingungen erörtert. Hans-Joachim Blauert, Obermeister der Berliner Bäckerinnung, erläuterte den Gästen das duale Ausbildungssystem mit der Vermittlung theoretischer Grundkenntnisse in den Berufsschulen und dem Erwerb praktischer Fähigkeiten in den Betrieben. Bei einer Exkursion in die Akademie des Deutschen Bäckerhandwerks, Karl-Grüsser-Fachschule, konnten sich die Tagungsteilnehmer von den Vorzügen dieser Berufsausbildung vor Ort überzeugen. Über medienträchtige und öffentlichkeitswirksame Werbeauftritte anlässlich des 50. Jahrestages der Europäischen Union berichteten Friedbert Englert, Obermeister der Bäckerinnung Mosbach und Hartmut Spaethe, Obermeister der Berliner Konditoreninnung. In der Diskussionsrunde zum Thema Konditoren- und Backhandwerk versus Industrie waren sich die europäischen Branchenvertreter trotz aller Länderspezifik einig, an ihrem handwerklichen Status festzuhalten. Qualität, Frische und unverwechselbarer Geschmack, Flexibilität, schnelle Erzeugnisinnovation, Fachberatungskompetenz und Kundenservice sowie eine transparente Herstellungsweise sind trotz der damit verbundenen höheren Produktpreise letztendlich überzeugende Argumente im Kampf um König Kunde.

Um als backhandwerkliche Lobby in Brüssel besser aufgestellt zu sein, plädierten die Teilnehmer für eine Netzwerkbildung auf EU-Ebene. Praktisches Highlight des Workshops war die Kreation einer gemeinsamen Europatorte nach einer Grundrezeptur von Konditorweltmeister Bernd Siefert. Die Hauptbestandteile lockerer Teig, Früchte und Sahnecreme signalisieren: Europa ist weltoffen, frisch und süß. Nach ausführlicher Diskussion entschieden sich Branchenexperten für eine Nuss-Orangen-Creme-Torte mit kleinen EU-Zuckerfähnchen. Zum Europa-Tag am 9. Mai 2007 wurde die Produktinnovation samt Werbeplakat der Öffentlichkeit vorgestellt und zum Nachbacken in den Bäckereien und Konditoreien freigegeben.

Rezeptur: www.eu50.eu


Artikel vom 18.05.2007
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