Prisma

Einblicke in ein faszinierendes Leben

Ulmer Museum der Brotkultur mit Ausstellung „Elisabeth von Thüringen“


Ulm (mde). „Elisabeth von Thüringen und das tägliche Brot“ ist eine Ausstellung im Ulmer Museum der Brotkultur überschrieben, die von Museumsleiter Dr. Andrea Fadani und der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Dr. Annette Schavan mit einer Laudatio eröffnet wurde.

Die Ausstellung vermittelt mit Druckgraphiken, Gemälden und Reliefdarstellungen einen eindrucksvollen Einblick in die Verehrung einer emanzipierten Heiligen, die auch Patronin der Bäcker ist und als Fürstin und Landesherrin tat, was für eine Frau ihres Standes schlichtweg unerhört war und gegen jede höfische Etikette verstieß – sie spann Wolle, setzte sich in der Kirche zu den Ärmsten der Armen und pflegte Kranke. Nachdem im Jahre 1226 wegen einigen Missernten in Thüringen eine Hungersnot ausgebrochen war, ließ Elisabeth die Kornspeicher öffnen und daraus Getreide verteilen, wie Dr. Schavan berichtete. Fürstin Elisabeth dachte jedoch auch an spätere Zeiten. Um Weiterverkauf und Wucher vorzubeugen beschränkte sie die Spende auf Tagesrationen. An die Arbeitsfähigen ließ sie Sicheln ausgeben und motivierte sie so zur Selbsthilfe. Die Kranken und Armen ließ sie in einem Hospital unterhalb der Wartburg versorgen, dort verrichtete sie auch selbst die niedrigsten Arbeiten. Die Laudatorin zitierte aus einem Büchlein, in welchem die Aussagen von vier Dienerinnen der Elisabeth aufgeschrieben sind.

Dort heißt es: „Von Seiten der Mächtigen des Landes aber erfuhr sie Schmähungen und große Verleumdungen, so dass ihre Verwandten sie vielfach kränkten und sie weder sehen noch sprechen wollten, weil sie ihnen wegen des Verzichts auf irdische Reichtümer töricht und verrückt vorkam“. Am Karfreitag, dem 24. März 1228, entsagte Fürstin Elisabeth allem weltlichen Luxus. Sie gründete in Marburg ein Hospital, wo sie bis zu ihrem Tod im Jahr 1231 im Dienst am Nächsten gearbeitet hat. „Dieser Lebensweg war für ihre Zeitgenossen so faszinierend, dass Elisabeth nicht einmal vier Jahre nach ihrem Tod heilig gesprochen wurde. Jetzt war sie plötzlich auch für ihre fürstlichen Verwandten wieder interessant. „Die Verehrung Elisabeths, die im Alter von 24 Jahren verstarb, ist bis heute über Grenzen, Zeitalter und Konfessionen hinweg ungebrochen“, sagte Dr. Schavan.

Ulmer Museum der Brotkultur, Salzstadelgasse 10,

täglich geöffnet von 10 bis 17 Uhr,

Mittwochs von 10 bis 20.30 Uhr,

Tel. 0731 69955

www.museum-brotkultur.de


Artikel vom 29.11.2007
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