Blickpunkte
Egons Brötchen wirken Wunder

Neulich kam Tante Frieda in den Laden und wollte 8 Mohnbrötchen: „Die isst mein Walter neuerdings immer so gerne. Vier Samstags, die andern backe ich ihm Sonntags immer auf.“ Da horchte die Tanja auf: Als frischgebackene Ernährungsberaterin wusste Sie über die Gefahren von Morphin in Backwaren schließlich Bescheid. Gelernt ist gelernt und ihr geballtes Wissen lies sie jetzt auf Tante Frieda los: „Ja weißt du denn nicht, dass der übermäßige Verzehr von Mohnbrötchen wie eine Droge wirken kann? Willst du den Walter denn einschläfern?“ Frieda war entsetzt. Nun muss man wissen, dass Tante Frieda ihren Walter schon seit Jahren nervt, mit ihr doch am Wochenende ins Grüne zu fahren. Aber Walter regt sich nicht und die Mohnbrötchen sind schuld. „Ja gibt's denn auch ein Brötchen, von dem der Walter mehr Elan bekommt?“, fragte Tante Frieda. „Sovital-Brötchen,“ sprudelte es aus Tanja heraus, „dafür steht ja schon der Name.“ Auch die Jogging-Brötchen seien bei Sportlern sehr beliebt, sogar der Weltmeister, Heile Gebradalassi oder so, würde die essen. 12 Sovital und 8 Jogging-Brötchen nahm Tante Frieda schließlich begeistert mit.
Als der Walter am nächsten Samstag höchstpersönlich und nach Luft ringend im Trainingsanzug vor der Theke stand, staunte die Tanja nicht schlecht: „Acht Mohnbrötchen,“ verlangte er mit finsterer Miene und zog ab. Aber dass die Jogging-Brötchen noch schneller als die Mohnbrötchen wirken würden, wunderte die Tanja dann doch.
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