Blickpunkte

Egon spart Energie


Die Rohstoffpreise ziehen an, die Energiekosten explodieren und beim Personal weiß der Egon nicht mehr ein noch aus, wie er die Kosten in den Griff kriegen soll. „10 Prozent mehr will der Stromanbieter im nächsten Jahr – die sind doch verrückt geworden“, poltert er bei der Margot, der besten Meisterfrau von allen. „Ich habe in der Backstube bereits alle Stellschrauben ausgereizt.“ Recht hat er, denkt die Margot so bei sich: Öfen, die schon ohne Strom backen, – und davon noch die Hälfte der eingesetzten Energie zurückgewinnen; große Industrie-Spülmaschinen, die ohne Wasser spülen und mit ihrer Abwärme die Backstube heizen – Sommer wie Winter. „Jetzt sind die beiden Filialen dran, da finden wir gewiss noch Energiefresser“, gibt sich der Egon als cleverer Sparfuchs. Margot ahnt Böses: „Willst du etwa die Kühlung ein Grad höher stellen und dich mit den Lebensmittelkontrolleuren anlegen?“, fragt sie schnippisch. „Quatsch, ich find schon die richtigen Stellen, lass mich nur machen.“ Gesagt getan und Woche für Woche schraubte der Egon eine Lampe mehr aus der Decke, „dann merkt das eh keiner“, dachte er sich. Aber da hatte er die Rechnung ohne die Margot gemacht: „Die Verkäuferinnen sehen ja die Hand vor Augen nicht mehr! So düster ist deine Notbeleuchtung. Ist aber nicht schlimm: Die Kunden kommen ja erst gar nicht, weil sie denken, wir hätten geschlossen!“ Vielleicht hätte er doch die Kühlung höher stellen sollen, dachte der Egon, die Kontrolleure schauen ja eh nur auf die korrekte Dokumentation.



Artikel vom 09.12.2009
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