Blickpunkte
Egon lernt dekorieren
Morgens um halb vier. Die Brote stehen schon auf Gare, die Brötchen sind fertig, jetzt kommen die süßen Stuten und Feinen Backwaren dran. Egon fehlt Milch für den Hefefeinteig, also muss er sich ein paar Liter aus dem Laden holen. Als er das Licht anknipst, traut er seinen Augen nicht: „Das kann doch nicht wahr sein! So eine Schweinerei“, poltert er vor sich hin: Kaffeebohnen auf der Anrichte verstreut, Jutesäcke liegen rechts und links von der Kaffeemaschine. Egon kann es nicht fassen. Handfeger herbei, die kostbaren Bohnen zusammengekehrt ab in den Müll, aber in die Jutesäcke kann er noch das Altbrot für Bauer Krake nehmen. Darf nur neuerdings keiner wissen, aber Krakes Schweine schmecken am besten. Und dass das jetzt Restbrot heißt, ist Egon auch ziemlich egal. „Na wartet, so einen Saustall abends zurück zulassen, euch wird ich helfen.“
Um acht am Frühstückstisch spricht ihn die Margot an: „Was hast du alles weggeschmissen?“, ruft sie entsetzt. „Die waren zur Dekoration. Die Tanja war doch auf diesem Seminar „Modern gestalten- trendy dekorieren“ oder so ähnlich und die Kombination von Rohstoffen, rustikalen Gebrauchsgegenständen und chromblitzender Kaffeemaschine – das ist einfach eine perfekte Symbiose für die Demonstration von echter Kaffeekompetenz“, wird er belehrt.
Das hat gesessen. Egon schiebt sich das Schiffchen in den Nacken: „Ja das soll einer ahnen – da hab ich ja mal wieder was gelernt“, knurrt er zurück.
Weitere Nachrichten aus Blickpunkte vom 27.01.2010:
Verbraucher wollen regionale Produkte
„Chili con pan“ – Brot als Retter in der Not
Kommentare
Aktuelle Meldungen aus Blickpunkte