Prisma
Das panis militaris kam aus dem Feuer
Auf der Saalburg wurde die Brotherstellung bei den römischen Truppen gezeigt

Unterwegs haben die römischen Soldaten ihr Brot im Feuer in einem umgedrehten Topf, der über einen heißen Stein gestülpt war, gebacken. Foto: dt-press
Seit Jahren wird auf der Saalburg praktisch gezeigt, wie sich vor rund 2000 Jahren das Leben im Kastell abgespielt haben mag, auch wie damals in Kuppelöfen Brot gebacken wurde.
Jetzt wurde dem Brotbacken eine neue Facette hinzugefügt. In der Ausrüstung eines römischen Auxiliar-Soldaten stellte Gerd Herrmann dar, wie bei den römischen Soldaten unterwegs Brot gebacken und vorher das dafür nötige Mehl gewonnen wurde.
Zu je einer Gruppe von acht Soldaten gehörte eine tragbare Mühle, die neben anderen Utensilien von einem Esel getragen wurde. Die Mühle besteht in der Hauptsache aus einem etwa 17 Kilo schweren Ober- und einem etwa zehn bis elf Kilo wiegenden Unterstein. Ein Loch in der Mitte des Obersteins nahm eine Welle auf, um die der Oberstein mittels eines Handgriffes am außeren Rand gedreht wurde. Das Mittenloch war so groß, dass dort auch Getreide eingefüllt werden konnte. Solche Mühlen waren in der Lage, je Stunde rund fünf Kilo Mehl zu erzeugen. Für den Trupp von acht Mann musste hundert Minuten gemalen werden, um das nötige Mehl zu gewinnen. Das Malen selbst geschah in vier Durchgängen, sonst wurde die nötige Zerkleinerung nicht erreicht. Damals wurde in der Hauptsache Weizen und Dinkel vermalen, sagte Herrmann. So lange das Mehl trocken gehalten werden konnte, konnte es längere Zeit aufbewahrt werden.
Das fertige Mehl wurde danach mit Wasser und Salz versehen als Teig aufbereitet. Der wiederum wurde in eine über Holzfeuer vorgewärmte Schüssel gefüllt, kopfüber auf einen heißen Stein im Feuer gekippt, oben mit weiterem Heizmaterial bedeckt und so zehn bis 15 Minuten gebacken. Fertig war das römische Brot für die Soldaten unterwegs – das panis militaris. Alternativ konnten auch Fladen offen auf heißem Stein abgebacken werden.
Ernährungsphysiologisch enthielt es damals schon an die 90 Prozent der zum Leben nötigen Nährstoffe. Kamen noch Bohnen und Speck dazu, waren hundert Prozent des erforderlichen Nährstoffgehalts erreicht.
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