Prisma

Bernd war noch der beste Spieler

Annaberg-Buchholz: Bäckerauswahl musste Fußball-Pokal an die Fleischer abgeben


Annaberg-Buchholz (ps). Bei der bereits vierten Auflage des Fußballturniers der erzgebirgischen Nahrungsmittelhandwerker musste das Team der Bäckerinnung Annaberg-Zschopau eine empfindliche Schlappe hinnehmen: Der mehrfache Pokalsieger unterlag gleich im Auftaktspiel den Fleischern deutlich mit 0:5 und zog auch gegen das Köche-Team den Kürzeren. Dennoch freuten sich alle Akteure über jene Aufmerksamkeit, den sie mit ihrer Aktion im Fußball-Sommer 2006 nicht nur bei ihren Kunden, sondern auch bei Landes- und Kommunalpolitikern gefunden haben. Doch auch in diesem Jahr standen der Spaß an der sportlichen Betätigung und der kameradschaftliche Zusammenhalt von Meistern, Gesellen und Lehrlingen der verschiedenen Berufsstände im Vordergrund, die ihre Familienangehörigen, Mitarbeiter, Bekannten und Freunde als „Schlachtenbummler“ mitgebracht hatten.

„Was macht Ihr denn da, lasst Euch nicht so abschlachten!” Berufsschullehrer Jürgen Kunze war außer sich vor Wut. Was seine Schützlinge im Spiel gegen die Fleischerauswahl auf dem grünen Rasen „zauberten”, konnte sich der Betreuer der Bäckermannschaft nicht mehr ansehen. „Alle wollen stürmen und ein Tor schießen, doch in Mittelfeld und Abwehr klaffen riesige Löcher, die die Fleischer eiskalt ausnutzen”, schimpfte er. Bereits zur Halbzeit, als sich der Pokalverteidiger neu sortierte, lagen die Bäcker klar mit 0:3 zurück, am Ende legten die Fleischer ihrem Gegner das runde Leder noch zweimal ins Netz. Auch Bäcker-Obermeister und Libero Michael Weisbach konnte das Debakel nicht verhindern, und selbst die guten Wünsche von „Ehrenspielführer” (Ehren-Obermeister) Jürgen Wolter halfen nichts. Da war es nur ein schwacher Trost, dass der 29-jährige Weißbach zumindest im Elfmeterschießen die Nerven behielt und das Duell mit den Fleischern zugunsten der backenden Zunft entschied. „Das war nicht allzu doll, zumal bei diesen heißen Temperaturen, die wir von unseren Backöfen her gewohnt sind, eigentlich wir Bäcker über die bessere Kondition verfügen sollten”, suchten die balltretenden Meister und Gesellen nach den Ursachen und mussten feststellen, dass „Bernd” an diesem Tage fast noch der beste Spieler in den eigenen Reihen war. Da drängte sich fast der Verdacht auf, dass die Fleischer im Duell „Brezel gegen Bratwurst” vielleicht doch gedopt sein könnten...


Artikel vom 03.08.2006
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