Prisma

Beim Backen auch das Land kennenlernen

Das Kinderheim „Neve Hanna“ im Süden Israels sucht einen deutschen Bäcker


Plochingen (p). Im Kinderheim „Neve Hanna“ im Süden Israels leben ca. 60 Kinder und Jugendliche. Die vor fünf Jahren eröffnete und mit Unterstützung von Schweizer Bäckern aufgebaute, heimeigene Bäckerei hat sich in der Region als Produzent spezieller Backwaren einen Namen gemacht. Das Angebot findet Absatz in großen Firmen (z. B. EL AL, Intel), in Lebensmittelgeschäften, im Direktverkauf in der Nachbarschaft, in Kibbuzim und Hotels, sowie auf verschiedenen Märkten.

Zur Zeit leitet eine Lebensmitteltechnologin aus Norddeutschland die Bäckerei. Für ihre Nachfolge sucht „Neve Hanna“ ab März 2006 eine/n ausgebildete/n Bäcker/in mit einigen Jahren Berufserfahrung.

Die Kinder im Heim, die aus sozial schwierigen Verhältnissen stammen, zeigen Interesse an der Bäckerei und sind stolz auf den Betrieb, der inzwischen überall in Israel bekannt ist. Vor allem die Großen unter ihnen sind aktiv involviert. An den Nachmittagen sind regelmäßig rund 30 Jugendliche ab dem 14. Lebensjahr im Betrieb tätig. Sie arbeiten in den unterschiedlichen Produktionsbereichen und verdienen sich so ein Taschengeld.

Das Wichtigste ist aber, dass den Kindern durch diese Tätigkeit Werte vermittelt werden: Die meisten von ihnen erfahren zum ersten Mal in ihrem Leben, was es heißt, Pflichten zu erfüllen, Verantwortung zu tragen und in einem Team zu arbeiten. Sie stempeln eine Karte an der Stechuhr, müssen in sauberer Kleidung erscheinen und wissen, dass sie nicht einfach alles stehen und liegen lassen können. Am Ende des Monats stehen alle stolz Schlange, um das verdiente Taschengeld in Empfang zu nehmen. Zugleich ist ihnen bewusst, dass sie durch ihre Arbeit in der Bäckerei etwas zur Gemeinschaft beitragen können, denn ein Teil des Brotes wird an Bedürftige abgegeben.

Für die Nachfolge in der Bäckerei sollte der/die Bäcker/in neben den fachlichen Kenntnissen einige Jahre Berufserfahrung mitbringen. Außerdem ist in einem Land wie Israel viel Flexibilität und Offenheit gegenüber den örtlichen Gegebenheiten gefragt. Auch sollten Erfahrungen mit Kindern/Jugendlichen/Auszubildenden mitgebracht werden, da zum einen die Kinder, die mithelfen, angeleitet werden müssen, und zum anderen mittelfristig auch eine Art Lehrlingsausbildung etabliert werden soll.

Als Gegenleistungen bietet „Neve Hanna“ Unterkunft und Verpflegung; Hin- und Rückreise; ortsübliche Entlohnung und die Möglichkeit, die Sprache, das Land und die Leute kennen zu lernen.

Weitere Informationen:

Dr. Dagmar Bluthardt

Tel.: 07153/ 25576

E-Mail: Dagmar.Bluthardt@web.de


Artikel vom 12.01.2006
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