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Bäcker Egon spart Lohnkosten


Bäcker Egon spart

„Da stand doch neulich in der Fachzeitung, dass die K&U Bäckerei eine Filiale nur mit Auszubildenden betreibt“, meint der Egon zur Margot, der besten Meisterfrau von allen. „Die sparen an allen Ecken und Kanten und bei uns explodieren die Personalkosten.“ Margot, vertieft in die Bestellzettel für den morgigen Tag, hört nur die Hälfte und entgegnet beiläufig: „Controlling nennt man das, aber davon willst du ja nichts wissen“, murmelt sie vor sich hin. Das lässt der Egon natürlich nicht auf sich sitzen.

Tags drauf macht er die Tanja in Gang: „Du kommst doch jetzt in das dritte Lehrjahr – traust Du Dir zu, die Filiale in der Schillerstraße mit der neuen Auszubildenden alleine zu führen? Die fängt im August an und Frau Meyer hat ja gekündigt.“ Tanja weiß nicht recht, druckst herum fühlst sich aber auch geehrt, dass der Chef ihr das zutraut und sagt schließlich zu. Egon triumphiert und eilt gleich zur Margot, um sein Controlling-Meisterstück zu präsentieren: „Stell dir vor, die Tanja übernimmt in der Schillerstraße die Filialleitung von Frau Meyer und schmeißt den Laden dann allein mit der Neuen.“ Margot ist entsetzt: „Bist du von allen guten Geistern verlassen? Wie kommst du denn darauf?“ „Ja Du hast doch vorgestern selbst gesagt, das Beispiel K&U sei nachahmenswertes Controlling, um Lohnkosten zu sparen.“ Margot dämmert es: „Bei der Filiale der Großäckerei handelt es sich um ein betreutes Ausbildungsmodell – nicht um ein Ausbeutungsmodell.“


Artikel vom 13.01.2010
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