Prisma

Backstube richtet sich nach dem Wind

Landbäckerei Simon aus Gulben installiert Kraftwerk mit 0,5 Kilowatt Nennleistung


Gulben (ke). Um ihre Klimaschutzziele aus dem Kyoto-Protokoll zu erfüllen und sich unabhängiger von ausländischen Öl- und Gasimporten zu machen, will die Bundesregierung den Anteil der Windenergie an der gesamten Stromerzeugung bis 2030 auf 25 Prozent steigern. Etwa 40 Prozent davon sollen Windräder auf dem Festland liefern.

Während zumeist immer größere Kraftanlagen mit Nennleistungen von bis fünf Megawatt gebaut werden, zeichnet sich auch ein Trend zu kleinen Windrädern ab.

Jetzt will auch die Landbäckerei Simon aus Gulben (Spree-Neiße) ihren Strom mittels Windkraft erzeugen. Um Probleme mit den Nachbarn zu vermeiden, soll dies mit einem Miniwindrad auf dem Dach geschehen. Hersteller des Rades ist die Firma Enflo Windtec, CH-Kreuzlingen. Wie die „Lausitzer Rundschau“ meldet, wird Bäckermeister Siegmar Simon aus Gulben bei Cottbus wird in der Lausitz der erste Nutzer der neuartigen Windkraftanlage sein.

Windrad für alternative Energie

Das in der Schweiz gebaute Gerät sei so klein, dass es auf dem Dach Platz findet. Es verfügt über eine Nennleistung von 0,5 Kilowatt und liefert bei durchschnittlichen Windverhältnissen pro Jahr bis zu 1300 Kilowattstunden Strom. Das Miniwindrad aus der Schweiz kann auf Dächern oder in Gebäudenähe montiert werden.

In Gulben übernimmt die Alternative Technik Scherf GmbH Wärmepumpen und Solartechnik, Altdöbern, die Montagearbeit auf dem Bäckereidach. Bernhard Scherf bezeichnet das erst seit diesem Jahr erhältliche Produkt der Schweizer Firma Enflo Windtec als eine Innovation, die nahezu lautlos und auch dort realisierbar ist, wo große Windräder nicht aufgestellt werden dürfen. Bei einer Stromerzeugung von bis zu 1300 Kilowattstunden im Jahr, die bei Lausitzer Windverhältnissen laut Scherf realistisch ist, lassen sich pro Jahr bis zu 260 Euro sparen. Kein großer Betrag, aber eine Alternative. So viel müsste bei einem Preis von 20 Cent je Kilowattstunde ansonsten für diese Strommenge aus dem Netz an den Energieversorger bezahlt werden.


Artikel vom 21.02.2008
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