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Bäcker Falk Schellenberger hatte den MDR zu Besuch – eine „Glückswoche“ für den Fan des Fußballclubs Erzgebirge Aue


Von Peter Salden


Da ist ihm das Herz aufgegangen: Falk Schellenberger strahlte, als die Ballkünstler plötzlich vor ihm standen. Schon am frühen Morgen kamen Patrick Milchraum und Alban Ramaj vom Zweitliga-Aufsteiger Erzgebirge Aue in seine Backstube. „Ich bin ein großer Fan des FC“, schwärmt der Bäckermeister.

Der prominente Besuch hatte freilich einen speziellen Anlass: Der Heimatsender MDR 1 hatte den Auer Handwerksunternehmer für die „Bäckerglückswochen“ ausgewählt. Eine Aktion, mit der der Radiosender Betriebe unterstützt, ihr Marketing zu befeuern.

Schellenberger verbindet in seinem Marketing geschickt Handwerk und Fußball. In vielen Produkten im Sortiment greift er Vereinsmotive auf. Für diese „Fanartikel“ und andere Backwaren rührte das Radio jetzt die Trommel.

Vier Stunden – von fünf Uhr morgens bis neun Uhr wurde live aus der Backstube gesendet. Die Moderatoren Heike Leschner und Silvio Zschage lockten Zuhörer in die Bäckerei. Lockmittel: Auf jeder Bäckertüte mit dem Foto der Morgenmoderatoren befand sich eine Liste mit den schönsten Schlagern und besten Oldies. Per Los wurde in der Bäckerei ein „Glückstitel“ ermittelt. Spielten ihn die Moderatoren in voller Länge, konnten die Hörer zweimal täglich 500Euro gewinnen. Am Ende winkten als Hauptpreis sogar 2000Euro.

Moderator Zschage zog nach der Sendung ein positives Resümee: Mehrere Tausend Zuhörer hatten den Glückstitel erkannt und im Sendestudio angerufen. Aus der Backstube wurde in 15 Einblendungen berichtet und somit für den Betrieb, seine leckeren Produkte und die gesamte Branche geworben.

Fanartikel aus dem Backofen

Im Sortiment des 1927 gegründeten Familienbetriebes, das neben dem Hauptgeschäft auch ein Café und zwei Filialen in der Innenstadt beliefert, befinden sich gleich mehrere „Fanartikel“: Die Kruste des „Fanbrotes“, das es nur bei Schellenberger gibt, erhält mit Sesam und Mohn ihren lila-weißen „Anstrich“. Natürlich werden diese Brote nur in speziellen Tüten verpackt, auf denen die Ansetzungen der „Veilchen“, wie die Auer Fußballer auch genannt werden, aufgedruckt sind. Hinter der „Veilchen-Schnitte“ verbirgt sich eine Harmonie aus frischen Heidelbeeren, leichter Heidelbeer-Sahne und Joghurtsahne, kombiniert mit einem luftigen Wiener Boden.

Eine große Veilchen-Schnitte, kreiert von Jungmeister Andreas Schellenberger, war auf dem Buffet der Aufstiegsparty das Highlight. Die leckere Kreation wurde darüber hinaus noch von zwei Zucker-Schaustücken – dem Vereins-Logo und dem Sachsen-Wappen – umrahmt. Der süßen Versuchung konnte kaum jemand widerstehen.


Als neuestes Fan-Produkt sind seit der Live-Sendung im Radio bei Schellenbergers sogar FCE-Brötchen zu haben. In deren Unterseite werden zwei gekreuzte Hämmer, die die Bergwerkstraditionen der Region symbolisieren, sowie die Buchstaben FCE und Aue „geprägt“.

„Nullserie“ für Fußballprofis

„Diese Idee haben wir gemeinsam mit dem Metallbauer Prüfer aus Neukirchen umgesetzt, der uns diese speziellen Brötchenbleche angefertigt hat“, strahlte der Meister und übergab einige Exemplare der „Nullserie“ den Fußballprofis. Bereits zu DDR-Zeiten hatte sich zwischen dem „sportverrückten Bäcker“ und einigen Fußballspielern des damaligen Oberligisten ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt. Nach der Wende haben sich diese Kontakte vertieft, die Bäckerei wurde Sponsor des Fußballclubs, und ihr Chef wirkt sogar als Regionalbeauftragter innerhalb des Fördervereins.

Eine Moderation von MDR-Reporter Silvio Zschage überraschte das Fußballvolk völlig. Der Radiomann wollte am Stammsitz des „Fußball-Bäckers“ schwarz-gelbe Schriftzüge entdeckt haben – in den Vereinsfarben von Dynamo Dresden. Gleich mehrere Fans machten sich binnen weniger Minuten auf den Weg zur Bäckerei – und stellten dort erleichtert fest, dass der Schriftzug „Bäckerei Schellenberger“ zum Glück nur in den braun-gelben Bäckerfarben gestaltet wurde.
Schlagfertiger Moderator

„Zu Dresden fällt mir nur ein, dass wir da nicht mehr hinfahren müssen, denn die spielen zwei Klassen tiefer“, hatte Fußball-Profi Alban Ramaj für diese „Provokation“ des Dresden-Fans Zschage die richtige Antwort parat und die Lacher auf seiner Seite.


Jedoch nur kurz, denn der Moderator verwies sofort auf den Unterschied zwischen den Auer Fußballern und Junior-Meister Alexander: „Der 24-Jährige ist nämlich Deutscher Meister und wird in wenigen Wochen als Mitglied der Bäcker-Nationalmannschaft in der Schweiz um den Europameistertitel kämpfen – bis dahin ist der Weg für die Auer Fußballer noch gaaaanz weit!“
Glückwochen bis Oktober

„In Aue stand der Sport im Mittelpunkt, in anderen Betrieben gibt es einen Tag der offenen Tür, ein Firmenjubiläum, oder es treten Stargäste auf „, blickte der Reporter voraus, der die „Bäckerglückswochen“ bereits das fünfte Jahr begleitet.

In 20 sächsischen Backstuben geht es bis zum 1. Oktober hoch her: Der MDR1 und Landesinnungsverband Saxonia machen das morgendliche Brötchenholen zum besonderen Erlebnis.


Artikel vom 17.09.2010
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