Prisma

Arbeitgeber im Streik

Bäcker wehrt sich gegen Vorziehen der Sozialbeiträge


Gilching (ke). Gegen den Paragraphen 23 des im Sommer 2005 geänderten Sozialgesetzbuchs, hat Bäckermeister Nikolaus Reis eine Protestaktion gemacht.

Der Paragraph schreibt vor, dass ab Januar 2006 Sozialbeiträge vorab geschätzt und abgeführt werden müssen ( ABZ 45/2005). Wie er dem „Münchner Merkur“ meldete, weigere er sich, Sozialversicherungsbeiträge für seine 50 Mitarbeiter anhand von Schätzungen vorab an die Krankenkassen abzuführen.

Als Grund nannte Reis den Bürokratiewahnsinn durch doppelte Buchführung und erhöhten Verwaltungsaufwand, da die geschätzten Beiträge ein paar Tage später wieder neu berechnet werden müssen. Das Procedere versucht, so schätzt Reis, allein in seinem Betrieb zusätzliche Kosten von jährlich rund 5400 Euro verursacht.

Reis wundert sich, dass die Arbeitgeberseite diese Forderung so ruhig hinnehme. Er hätte erwartet, dass alle Arbeitgeberverbände – und nicht nur die IHK – gegen die Änderung protestierten. Das will er nun selbst tun.

Zum einen wird er nicht im voraus geschätzte Beiträge sondern pünktlich die tatsächlichen Beiträge für seine Mitarbeiter an die Kassen überweisen, zum anderen hat er anlässlich des „Tag der Selbstständigen“ in München vor dem Internationalen Contresscentrum München (ICM), bei dem auch Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu auftritt, ein Transparent gegen den „Bürokratiewahnsinn“ aufgestellt und Handzettel verteilen.


Artikel vom 25.11.2005
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